Weltreisende

- © PNOFA/M. Abreu
Im Juni 2005 hat Aitkanti einen kleinen Rucksack aufgeschnallt bekommen, wie das für Weltreisende so üblich ist. Aitkanti ist eine Lederschildkröte und ihr Gepäck ein Sender, mit dem ihre Wanderung seitdem genau verfolgt werden kann. Lederschildkröten sind echte Langstreckenschwimmer. Sie haben alle Ozeane der Welt erobert und legen Wanderrouten von mehr als 12.000 Kilometern zurück. Zur Eiablage kehren sie trotzdem wieder an den Strand zurück, an dem sie selber geschlüpft sind.
Leider ist diese beeindruckende Art vom Aussterben bedroht. Aitkanti ist eines von nur noch etwa 34.000 fortpflanzungsfähigen Weibchen. Besonders die Fischerei mit Langleinen bedroht die Lederschildkröten. Tausende Exemplare werden dabei jährlich ungewollt mitgefangen, viele davon sterben. Um die Lederschildkröten vor dieser Gefahr besser schützen zu können, begann der WWF gemeinsam mit Partnerorganisationen einige dieser Tiere im Atlantik mit Sendern zu versehen.
Ziel ist es, mehr über die Hauptwanderrouten und Verhaltensweisen der Ausdauerschwimmer zu erfahren. Nur so finden wir heraus, welche Meereszonen unter Schutz zu stellen sind und wo die Fischerei eingeschränkt werden muss, um die Beifanggefahr zu reduzieren. Insgesamt wurden bereits 23 Lederschildkröten mit Sendern ausgestattet, drei davon (Gurí, Marina, Victoria) mit Unterstützung des WWF Deutschland. Aitkanti hat ihren Rucksack am Strand von Surami in Südamerika erhalten. Seitdem ist sie über den ganzen Atlantik bis vor die Küste Großbritanniens geschwommen. Bis heute hat sie insgesamt 13.240 Kilometer zurückgelegt.
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