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Dringend gesucht: Klimaschutz-Vorbilder

03. Dezember 2009

WWF-Studie: Kinder engagieren sich weniger für Klimaschutz als erwartet

 

Berlin - Kinder und Jugendliche brauchen mehr Klimaschutz-Vorbilder, um selbst aktiv zu werden. Zu diesem Ergebnis kam die aktuelle WWF-Studie „Wie wollen Kinder und Jugendliche das Klima schützen?“. Demnach ist Klimaschutz für Jugendliche zwar ein wichtiges Thema, eine überwiegend resignierte Haltung hindert sie jedoch am konkreten Handeln. „Jugendliche brauchen gute und glaubhafte Vorbilder, um sich selbst für den Klimaschutz zu begeistern“, so Birgit Eichmann, WWF-Umweltbildungsreferentin.  

 

In zweistündigen Gruppengesprächen hat das Unabhängige Institut für Umweltfragen (UfU) im Auftrag des WWF 60 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 20 Jahren zum Thema Klimaschutz befragt.  Anders als bei bisherigen Untersuchungen im deutschsprachigen Raum kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass viele Kinder und Jugendliche nicht bereit wären, für den Klimaschutz aktiv zu werden. Insbesondere dann nicht, wenn sie dafür auf Luxus und Bequemlichkeit verzichten müssten. „Ich finde, den ganzen Luxus kann man einem ja auch nicht wegnehmen“, so eine der Schülerinnen. Die Mehrheit der befragten Jugendlichen sieht kaum Möglichkeiten, als Einzelperson etwas zum Klimaschutz beitragen zu können. Stattdessen hält sie Politik und große Konzerne für die Hauptakteure eines erfolgreichen Klimaschutzes. Erst wenn diese Gruppen sich aktiv für das Klima engagierten, seien Kinder und Jugendliche bereit, ihren Beitrag zu leisten.  

 

„Kinder wissen zwar relativ viel über Klimaschutz, aber um selbst zu handeln, brauchen sie einen zusätzlichen Anstoß“, sagt Birgit Eichmann. Wissensvermittlung in der Schule reiche keineswegs aus, die Zielgruppe zum aktiven Klimaschutz zu motivieren. Vielmehr müssten alle gesellschaftlich ausschlaggebenden Bereiche ineinandergreifen. Die Medien als wichtigste Quelle klimarelevanter Informationen für Kinder und Jugendliche, spielten dabei eine besonders große Rolle.  

 

Für den WWF sind die Ergebnisse Ansporn, seine Bildungsangebote im Bereich Klimaschutz zu intensivieren.  Bereits seit 2008 engagieren sich junge WWF-Klimabotschafter für den Klimaschutz. Sie haben im Rahmen einer Reise zur Arktis eine Qualifikation in Sachen Klimaschutz erhalten und geben ihre Erfahrungen nun bundesweit in Form von „Klimaaktionen“ weiter. Eine andere Orientierung bieten außerschulische Bildungs- und Mitmachangebote. So schult der WWF seit November 2009 Multiplikator/innen zum Thema Nachhaltigkeit. Das Thema Klimaschutz spielt dabei eine wesentliche Rolle. Der WWF gewinnt auch verstärkt prominente Persönlichkeiten als Klimaschutz-Vorbilder wie den Schauspieler Daniel Brühl, der bereits das Projekt  „Klimavisionäre gesucht“ mit einem Video unterstützt und den Jugendlichen vormacht, dass Klimaschutz  durchaus auch cool sein kann.   

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