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e-wie-Etikettenschwindel

16. Januar 2008

WWF wirft e.on Verbrauchertäuschung vor

 

Berlin - Seit gestern bietet der  Stromanbieter „e-wie-einfach“, ein Tochterunternehmen des Energiekonzerns e.on, einen so genannten Klimatarif an. Durch einen freiwilligen Aufschlag auf den Strompreis können die Kunden den bei der Stromerzeugung entstandenen Ausstoß an Treibhausgasen teilweise ausgleichen. Das Unternehmen verspricht, die Zusatzeinnahmen in Kompensationsprojekte in Entwicklungsländern zu investieren. Für den WWF ist das Modell „übelste Verbrauchertäuschung“.

 

„Den Kunden wird suggeriert, sie kaufen ein ökologisches Produkt. In Wirklichkeit besteht der Strommix von „e-wie-einfach“ zu über 80 Prozent aus Kernenergie und fossilen Energieträgern. Einige der schmutzigsten Kraftwerke Europas gehören dem Mutterkonzern e.on. „Hier gibt es jede Menge Ansätze, die CO2-Bilanz zu verbessern“, betont Juliette de Grandpre vom WWF Deutschland.  

 

Die Kompensation von  Treibhausgasen ist nach Einschätzung des WWF nur sinnvoll, wenn zunächst die Potenziale bei der Vermeidung und Verminderung von Treibhausgasen ausgeschöpft wurden. Nur Emissionen, die sich nicht vermeiden  lassen,  sollten über solche Projekte kompensiert werden. „Der Billiganbieter nutzt das Modell hingegen, um nichts zu ändern und weiter seinen schmutzigen Strom zu verkaufen. Das Unternehmen hängt sich ein grünes Mäntelchen um und wälzt die Kosten auf die Kunden ab“, kritisiert Juliette de Grandpre.

 

Der WWF empfiehlt, bei der Wahl des Stromanbieters genau zu prüfen, wo der Strom herkommt. Das gelte auch für die Anbieter von „grünem Strom“. Zur Orientierung im unübersichtlichen Markt hat die Naturschutzorganisation gemeinsam mit der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen und dem Öko-Institut ein eigenes Zertifikat entwickelt. Das so genannte „OK-Power-Label“, ein weißer Stecker auf grünem Grund, zeigt den Verbrauchern an, dass die Energie nachweislich aus erneuerbaren Quellen stammt.

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