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Ja zur Energiewende!

Die Earth Hour stand in Deutschland 2013 unter dem Motto „Ja zur Energiewende!“. Wir sind stolz auf das bisher Erreichte – fast 25 Prozent des Stroms gewinnen wir in Deutschland schon heute aus erneuerbaren Energiequellen. Trotz der bisherigen großen Erfolge verläuft die öffentliche Debatte über die Energiewende derzeit sehr kritisch.

"Ja zur Energiewende!" war das Motto der Earth Hour 2013 in Deutschland © WWF
"Ja zur Energiewende!" war das Motto der Earth Hour 2013 in Deutschland © WWF

Die Energiewende und vor allem der dynamische Ausbau der erneuerbaren Energien werden zum Sündenbock für steigende Strompreise gemacht und als volkswirtschaftliches Risiko dargestellt. Es wird viel Stimmung gegen die Energiewende gemacht. Eine aufgeklärte Diskussion findet nicht statt. Trotzdem hat die Energiewende bis heute ungebrochen großen Rückhalt bei den Deutschen, das zeigen alle Umfragen. Atomausstieg und Klimaschutz und damit verbunden eine Energieversorgung, die uns von fossilen und risikoreichen Energieträgern wegführt, sind den Menschen wichtig.

Die Energiewende ist ein langfristiges Projekt und wird unsere ganze Generation bis 2050 beschäftigen. Im Verlauf eines derart großen Vorhabens ergeben sich naturgemäß kontinuierlich immer neue Fragen und wir müssen neue Herausforderungen bewältigen. Mit politischer Kraft und Ausdauer schaffen wir das. Wir sind überzeugt: Die Energiewende wird zu einer Erfolgsgeschichte werden, ohne die Menschen zu überfordern.

In den kommenden Jahren müssen vor allem folgende Dinge forciert werden:  

Erneuerbare Energien dynamisch weiter ausbauen!

Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist ein wichtiger Indikator für den Fortschritt der Energiewende. Im ersten Halbjahr 2012 kam schon ein Viertel des Stroms in Deutschland aus erneuerbaren Energien. Bis 2050 sollen die erneuerbaren Energien die Basis der Stromversorgung bilden. Das kommt nicht nur dem Klimaschutz zugute. Jede Kilowattstunde aus erneuerbaren Energien koppelt uns ein Stück weit von konfliktreichen Regionen ab – und umgeht das Risiko Atomkraft.

Einseitige Kostendebatte beenden - Kosten gerecht verteilen!

Für das Gelingen der Energiewende müssen wir investieren: in Stromerzeugung, moderne Heizung, nachhaltigen Verkehr oder auch effiziente Geräte. Entgegen der öffentlichen Debatte, verursacht die Förderung erneuerbarer Energien nicht die höchsten Kosten. Die Stromkosten sind geringer gestiegen als etwa die Treibstoffpreise oder die Heizkosten. Und: Der Strompreis besteht aus mehr als nur der Umlage für die erneuerbaren Energien. Eine verkürzte Kostendebatte, die nur die Umlage für den Ausbau der erneuerbaren Energien ins Visier nimmt, führt in die Irre. Wir müssen sämtliche Bestandteile des Strompreises unter die Lupe nehmen. Darüber hinaus müssen die Kosten gerecht verteilt werden. Die bestehenden exorbitanten Ausnahmen für die Industrie müssen dringend auf den Prüfstand und zurückgeführt werden. So kann eine Entlastung für Bürger/innen und Kleinunternehmer erreicht werden und die Kosten der Energiewende wären gerechter verteilt.

Wir brauchen endlich eine Energiesparstrategie!

Den Energieverbrauch zu senken, ist neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien die zweite Säule für den Erfolg der Energiewende. Auf Dauer können wir einem ständig wachsenden Energiebedarf auf umweltschonende Weise nicht gerecht werden. Der Verbrauch in Deutschland muss bis 2050 um die Hälfte sinken. Das bedeutet, dass wir die verwendete Energie auch deutlich effizienter nutzen müssen. Energieeinsparen ist in den Zielen der Energiewende klar verankert, aber es mangelt an der konsequenten Umsetzung. Wir brauchen klare, verbindliche und jährlich zu überprüfende Energiesparziele. Große Investitionen in Energieeffizienz – wie etwa ein Gebäudedämmungsprogramm – brauchen als Voraussetzung finanzielle Anreize, Transparenz, Planbarkeit und Verlässlichkeit. 

WWF-Positionspapier zum Thema Energiespar-Strategie:

Energiewende braucht Beteiligung!

Die Energiewende ist ein „Gemeinschaftswerk für die Zukunft“. Sie lebt von Ideen, Initiativen und Vorschlägen aller – und muss gleichzeitig eine Vielzahl von unterschiedlichen Interessen berücksichtigen, zum Beispiel lokale Belange bei der Standortwahl für Windkraftanlagen oder Stromtrassenplanung. Die Energiewende kann nur gelingen, wenn die unterschiedlichsten Akteure, und auch die Bürgerinnen und Bürger an der Entwicklung teilhaben. Ein „Nationales Forum Energiewende“ - ein Gremium mit Vertretern aus Zivilgesllschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik mit Bundestagsmandat - könnte helfen, Bürger, Unternehmensvertreter und Politiker zusammenbringen, um unterschiedliche Interessen zu diskutieren und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten.

Energiewende braucht Innovation!

Für eine erfolgreiche Energiewende brauchen wir einen stetigen und gezielten Innovationsprozess. Wir werden in unserem klimafreundlichen Leben im Jahr 2050 bestimmt Technologien nutzen, die es heute noch nicht gibt. Wir werden über „Energie“ völlig anders denken. Damit dies Realität wird, müssen wir Innovationen für ein klimaschonendes Leben rechtzeitig anstoßen. Ihre Entwicklung müssen wir gezielt fördern und die einzelnen Forschungsrichtungen aufeinander abstimmen. Die neue Bundesregierung muss schon bald nach der Wahl einen ersten Entwurf für ein Innovationsprogramm vorlegen, der Gesellschaft, Wissenschaft und Unternehmen einbindet.

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