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Johannes Barthelmeß

24 Jahre, Student in Berlin

Klimaheld Johannes Barthelmeß © Sindre Kinneroed / WWF
Klimaheld Johannes Barthelmeß © Sindre Kinneroed / WWF

Eisbär als Initialzündung

"Wir müssen nicht darauf warten und daran verzweifeln, dass die Politik nichts tut. Jeder hat es ein Stück weit selbst in der Hand und kann einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass das Klima geschützt wird." Getreu diesem Motto leitet Johannes Barthelmeß Workshops an Schulen und Universitäten, in denen er für den Klimaschutz durch jeden einzelnen wirbt. "Wenn immer mehr Leute mitmachen, werden wir früher oder später auch den Letzten überzeugen können, dass es ohne Einbußen in unserer Lebensqualität möglich ist, klimafreundlich zu leben und mit dem Klima und der Natur so umzugehen, wie wir es sollten," sagt der Student. 

Klimawandel hautnah: Expedition in die Arktis

Schuld an Johannes‘ Engagement ist letztendlich ein Eisbär. 2008 hatte sich Johannes auf einen Aufruf im Internet als WWF Jugendbotschafter beworben – und durfte schließlich an einer zweiwöchigen Expedition nach Spitzbergen teilnehmen. Auf einem ehemaligen Forschungsschiff ging es in die Arktis, gemeinsam mit Experten und anderen Jugendlichen aus neun verschiedenen Ländern. Im Mittelpunkt standen Naturerlebnisse und wissenschaftliche Hintergründe zum Thema Klimawandel. "Emotional am stärksten bewegt hat mich der Moment, als wir einen Eisbären gesehen haben. Ganz aus der Nähe, wir waren nur etwa zehn Meter entfernt!" Johannes hat die Situation noch genau in Erinnerung. Die sonst sehr aktive Gruppe junger Klimaschützer verharrte angesichts des Tieres schweigend. Gerade an diesem Vormittag hatten sie einen Vortrag darüber gehört, dass es in wenigen Jahrzehnten kaum noch Eisbären gibt, wenn der Klimawandel weiter voranschreitet. Johannes beschreibt, was ihm durch den Kopf ging: "Wenn wir so weitermachen nehmen wir diesem imposanten Tier, das viel beeindruckender und stärker ist als der Mensch, die Lebensgrundlage weg. Das hat mich in dem Moment sehr berührt und in der Folgezeit angetrieben."

Es ist nicht schwer - wenn alle mitmachen

Als Johannes von seiner Arktis-Reise zurück ist, wendet er sich zunächst an den Freundes- und Familienkreis: "Ich habe allen erzählt, wie wichtig Klimaschutz ist und welche einfachen Mittel es für jeden einzelnen gibt, einen kleinen Beitrag zu leisten, damit wir gemeinsam einen großen Schritt vorankommen." Diese Überzeugungsarbeit leistet der Student schließlich auch an Schulen und Universitäten. In Workshops erklärt er die wissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels und erarbeitet mit den Teilnehmern, was sie in ihrem Umfeld tun können, um das Klima zu schützen. "Es klingt kitschig," sagt Johannes, "aber irgendwie fühle ich eine Verantwortung gegenüber diesem einen Eisbären."

Klimakonferenzen und CO2-Budget

Auch auf medialem Weg versucht Johannes, Menschen für den Klimawandel zu sensibilisieren. Er schreibt Internet-Artikel, in denen er Klimakonferenzen und ihre Ergebnisse einfach erklärt. Und er hat eine geniale Filmidee entwickelt: Was wäre, wenn wir alles so übertreiben, wie unseren CO2-Ausstoß?

(Text: Stephanie Probst)

Faktor 4,44 - nach einer Idee von Johannes Barthelmeß

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