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Maren Heltsche & Mandy Schoßig

36 Jahre, Freie Beraterin aus Berlin
36 Jahre, Kommunikationsexpertin aus Berlin

Maren Heltsche und Mandy Schoßig © Bertram Sturm / WWF
Maren Heltsche und Mandy Schoßig © Bertram Sturm / WWF

Auf dem Boden bleiben bedeutet Zeit gewinnen

Ein Jahr lang keine Flugreise: Als Maren Heltsche und Mandy Schoßig ihren Freunden und Bekannten von diesem Plan erzählen, ernten sie erstmal Erstaunen. "Was ist denn mit eurem Trip nach Barcelona?" – "Gestrichen". Solche Gespräche wiederholen sich Ende 2012, als Maren und Mandy beschlossen haben, nicht mehr zu fliegen.
Ein Jahresexperiment sollte es werden – im Jahr 2013. Daraus geworden ist ein Jahr voller Erfahrungen, die beide ohne ihr Experiment wohl nie gemacht hätten.

Das Problem von Flugreisen: Der Klima-Fußabdruck

Maren und Mandy wohnen in Berlin, gehen meistens im Bioladen einkaufen und leben insgesamt sehr umweltbewusst. Schon lange störte sie der große CO2-Fußabdruck, den Flugreisen hinterlassen. „Das macht doch die Anstrengungen an allen anderen Fronten komplett zunichte,“ sagt Mandy selbstkritisch. „Warum nicht dort anfangen, wo es auch richtig weh tut?“

Reisen ohne Fliegen – etwas ganz Besonderes

Gesagt, getan. Flugreisen waren für die beiden Berlinerinnen ab Anfang 2013 tabu. Trotzdem wollten sie keinen Urlaub missen und brachen zu Pfingsten per Zug Richtung Ostsee auf, um dann in kleinen Etappen weiter nach Norden, nach Schweden, zu reisen. "Wir waren sehr langsam unterwegs, machten viele Zwischenstopps, haben neue Reiserouten entdeckt und in Städten angehalten, die nicht unbedingt oben auf der Prioritätenliste stehen. Lübeck zum Beispiel - sehr schön ist es da!", schwärmt Mandy.

Auf dem Rückweg mussten sie dann allerdings ihr Vorhaben einmal brechen. "Wir haben zu spät geplant und die Zugfahrt von Göteborg nach Berlin hätte nicht nur 16 Stunden gedauert, sondern auch sehr viel Geld gekostet. Der Flug war deutlich günstiger und brauchte nur eine Stunde. Das hat uns zwar ziemlich frustriert, aber wir wollten nicht zu sklavisch an unserem Vorhaben festhalten", sagt Maren. "Andererseits zeigte es uns auch, wie schwierig es manchmal sein kann, umweltbewusst zu leben, wenn das "richtige" Verhalten viermal so teuer ist."

Der Sonne entgegen – ohne Flugzeug?!

Im Sommer zieht es Mandy und Maren zur Kunstbiennale nach Venedig. Von Berlin aus haben sie dafür mit dem Zug eine ordentliche Strecke zu bewältigen. Doch auch in diesem Urlaub wird den Berlinerinnen klar, dass sie ohne Flugzeug zwar länger brauchen, aber viel Zeit an Orten gewinnen, die sie sonst nicht besucht hätten. Auf dem Hin- und Rückweg legen sie Zwischenstopps ein – in Städten, die sie noch nicht kannten und bei Freunden, die sie sonst nicht so schnell besucht hätten. Ihre Reise mit dem Zug bescherte ihnen außerdem eine ganz besondere Erfahrung, erzählt Mandy: "Mit dem Nachtzug nach Venedig – das ist ja schon fast literarisch. Und Venedig um 7.00 Uhr morgens ist einfach umwerfend!"

Das Fazit der beiden aus diesem Jahr? Es lohnt sich, dort das Klima zu schützen, wo es ans Eingemachte geht. Und: Jetzt 2014 nicht nachlassen und vieles vom Erlebten mitnehmen, um in Nah und Fern klimabewusst Urlaub zu machen.

(Text: Stephanie Probst)

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