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Patrick Mijnals

Trend- und Zukunftsforscher und Geschäftsführer der Crowdfunding-Plattform bettervest, 34, aus Frankfurt am Main

Patrick Mijnals © Thorsten Schmidtkord / WWF
Patrick Mijnals © Thorsten Schmidtkord / WWF

In unser Klima investieren und Geld zurückbekommen

Sophies Kindergarten verbraucht sehr viel Energie und produziert viel CO2, weil er noch eine uralte Heizung hat. Eine neue Heizung könnte jede Menge Energie und Geld sparen. Doch leider kann der Kindergarten sich das nicht leisten. Sophies Mama hat eine Idee: Sie schlägt dem Kindergarten vor, auf der Internetplattform bettervest.com Geld zu sammeln – von ganz normalen Bürgern, die hinterher wieder am Gewinn durch die eingesparten Energiekosten beteiligt werden.

So wie Sophies Kindergarten geht es vielen Unternehmen, Institutionen und Vereinen. Man würde ja Energie sparen - durch den Einbau neuer Lampen, Lüftungen, Kühlsysteme und vielem ähnlichen mehr. Irgendwann würde sich das sogar finanziell rechnen. Doch momentan fehlt es am Startkapital. Genau das kann nun über das Internet gesammelt werden. Jeder kann investieren - und zwar nicht nur in den Klimaschutz, sondern auch in den eigenen Geldbeutel. "Sind genug Energiekosten eingespart, werden nicht nur die Investitionen zurück gezahlt, sondern auch eine Rendite ausbezahlt," erklärt Patrick Mijnals, der Kopf hinter der einfachen Idee.

Was für eine Südseeinsel gut ist, kann für das Klima nicht schlecht sein

Bettervest ist eine Crowdfunding-Plattform, also eine Plattform für Schwarmfinanzierung: Eine Vielzahl von Personen investieren Geld in ein konkretes Projekt. Von dem Prinzip hörte Patrick 2006 das erste Mal. Er hatte eine Internetplattform entdeckt, auf der 5000 Menschen sich gemeinsam eine Südseeinsel ge"crowdfunded" haben. "Ich war damals sehr beeindruckt von der Macht, die von diesem Konzept ausgeht - dass man sich offensichtlich sogar eine Trauminsel damit beschaffen kann. Schon da habe ich überlegt: Wie könnte man das auch für nachhaltige Zwecke einsetzen?", sagt Patrick. 

Potential zum Energiesparen an allen Ecken

2013 war es so weit. Patrick gründete bettervest. Natürlich nicht alleine, er holte sich zunächst vier Mitstreiter ins Boot. "Unsere Vision ist, die Bürger Deutschlands und auch die Bürger der Welt zum größten Investor in die Energiewende zu machen. Und gleichzeitig auch zum größten Nutznießer der Energiewende," erklärt Patrick.

Er und seine Mitarbeiter sehen mittlerweile überall wo sie gehen und stehen Energiespar-Potential. Und ihre Idee funktioniert. Ein Heimtiermarkt möchte seine Aquarien ans Fernwärmenetz anschließen – und ein ganzer Schwarm von Bürgern investiert. Neben allen erdenklichen Einrichtungen wie Supermärkten, Fitnessstudios, Büroanlagen und Vereinen träumt Patrick auch möglichst bald von einem Einbezug der Kommunen, zum Beispiel um die fast überall total veraltete Straßenbeleuchtung umzurüsten. Denn geht es um Energieeffizienz, ist für Patrick nach oben hin noch einiges offen: "Das Projekt Energiewende ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung und kann nur gelingen, wenn wir das Thema Energieeffizienz stärker in den Vordergrund stellen. Im Moment geht es vordergründig um den Ausbau von Netzen und Erneuerbaren Energien. Kaum jemand spricht über das Thema Energieeffizienz. Und zum anderen müssen wir die Bürger involvieren. Das können nicht Politik und Unternehmen allein erledigen. Das können wir nur alle gemeinsam. Und das ist das, was mich dabei umtreibt und woran ich gerne mitarbeiten möchte."

(Text: Stephanie Probst)

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