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Energie Revolution im Bonsai Format

12. November 2008

WWF kommentiert World Energy Outlook der Internationalen Energie Agentur (IEA)

 

Berlin, London: Die Internationale Energie-Agentur hat im Rahmen der Vorstellung des neuesten World Energy Outlooks 2008 eine weltweite Revolution im Energiesektor gefordert. Der WWF teilt die Einschätzung der IEA, dass die fossilen Energieträger im Energiemix der Zukunft aus ökologischen und wirtschaftlichen Gründen kaum noch eine Rolle spielen dürfen. Allerdings seien die Regierungen bislang nicht in der Lage, auf diese Herausforderung angemessen zu reagieren. Insbesondere der Bau neuer Kohlekraftwerke stelle die größte Bedrohung für das Weltklima dar. Die IEA prognostiziert einen Anstieg bei der Kohleverbrennung um jährlich zwei Prozent bis 2030. „Wir müssen alles tun, damit dieses Szenario nicht eintritt“, unterstreicht Brick Medak, vom WWF Deutschland. „Hier hätten wir uns von der IEA noch ein deutlicheres Signal gewünscht. Tatsächlich sind wir von der geforderten „Energierevolution“ noch sehr weit entfernt.“  

 

Die Agentur rechnet  vor, dass eine Energieversorgung, die eine Begrenzung des Kohlenstoffgehalts in der Atmosphäre auf halbwegs akzeptable 450 ppm begrenzen würde, in den nächsten 25 Jahren etwa neun Billionen Dollar teurer würde als ein Festhalten am bisherigen energiepolitischen Kurs. Der WWF unterstreicht, dass ein großer Teil dieser Gelder über eingesparte Energiekosten wieder hereinkommen würde.   Im Energy Outlook wird auch ein klimafreundliches Szenario vorgestellt. Hierfür würden Investitionen in Höhe von 17 Billionen Dollar, vorwiegend im Kraftwerkssektor benötigt. „Das entspricht etwa 0,5 Prozent des weltweiten Bruttossozialprodukts und klingt zunächst nach viel Geld. Im Vergleich zu den gigantischen ökonomischen Schäden, die ein ungebremster Klimawandel verursachen würde, relativiert sich die Summe aber sehr schnell“, so Brick Medak.     

 

Im Vergleich zu früheren Prognosen ist der diesjährige IEA-Ausblick hinsichtlich der Feststellungen zur Zukunft der weltweiten Energieversorgung durchaus ehrgeizig. So fordere die IEA erstmals einen radikalen Umbau der gesamten Energieversorgung und stelle klar, dass die derzeitige Energienutzung auf Dauer keinen Bestand haben könne. Trotzdem lege die IEA die Latte noch immer viel zu niedrig. Sie rechnet in ihrem „klimafreundlichen Energieszenario damit, dass die OECD-Länder ihren CO2 Ausstoß bis 2030 um 40 Prozent unter das Niveau von 2006 drücken müssten. Dem WWF ist das zu langsam: Man brauchen in den OECD-Ländern bis spätestens 2020 eine Reduktion um mindestens 25-40 Prozent auf der Basis der Emissionen von 1990. Die Regierung seien gefordert, entsprechende Rahmenbedingungen für die Energiemärkte zu schaffen. Gelinge dies nicht, sei eine weit größere Katastrophe zu erwarten als die gegenwärtige Finanzkrise.

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