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Erste Filmaufnahmen des seltenen Borneo-Nashorns gelungen

24. April 2007

Scheues Nashorn tappt in die WWF-Kamerafalle auf der Insel Borneo

 

Frankfurt a. M - Zum ersten Mal sind Filmaufnahmen des vom Aussterben bedrohten und extrem scheuen Borneo-Nashorns gelungen. Eines der höchstens 50 verbliebenen Tiere ist im malaysischen Teil der Insel Borneo in eine WWF-Kamerafalle getappt. Das nachts mitten im Dschungel aufgenommene, zweiminütige Video zeigt das Nashorn zunächst beim Fressen in geringer Distanz, dann beim Beschnüffeln der Kamera.     

 

Der WWF geht davon aus, dass es derzeit nur noch 25 bis 50 Nashörner auf Borneo gibt. Diese letzten Überlebenden kommen vermutlich nur noch im Tiefland-Regenwald des malaysischen Bundesstaates  Sabah vor, einer Region im Norden der Insel, die als Teil des „Herz von Borneo“ bekannt ist. Die Tiere (Dicerorhinus sumatrensis harrissoni) sind derart scheu, dass kaum ein Mensch sie je in der Wildnis gesehen hat. Im vergangenen Mai wurde das erste Foto überhaupt von ihnen geschossen, ebenfalls mit einer WWF-Kamerafalle.   

 

„Das Video ist ein spannender Blick auf das Verhalten des Borneo-Nashorns und für Artenschützer eine echte Sensation“, freut sich WWF-Borneoexperte Stefan Ziegler. Weil die Nashörner Menschen generell meiden, können Fotos und Filmmaterial helfen, den Zustand der Tiere zu bewerten, ihr Verhalten zu studieren und die Individuen voneinander zu unterscheiden.  

 

Mitarbeiter des WWF Malaysia hatten die Kamera erst vor kurzem in einem Gebiet aufgebaut, in dem sie zuvor Nashorn-Spuren entdeckt hatten. „Als der WWF nach vier Wochen die Kamerafalle überprüfte, fanden sich gleich diese tollen Aufnahmen“, erzählt Ziegler.  

 

Der neue Filmstar des Dschungels ist eine Unterart des Sumatra-Nashorns. Die Tiere zählen trotz ihres Gewichts von bis zu 950 Kilo zu den Kleinsten aller fünf Nashornarten. Bedroht werden sie durch Wilderei, Lebensraumzerstörung und genetische Isolation: „Die Tiere leben inzwischen so versprengt, dass die Wahrscheinlichkeit eines tête-à-tête  sehr gering ist. Entsprechend niedrig sind die Chancen, dass sie sich paaren“, erklärt WWF-Experte Ziegler. Hinzu komme, dass viele der verbliebenen Nashorn-Weibchen bereits zu alt sind, um sich fortzupflanzen.

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