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EU droht Naturschätze zu verprassen

24. März 2010

WWF fordert Aufwertung von Klimaschutz und biologischer Vielfalt in EU-2020-Strategie

 

Berlin, Brüssel - Auf dem EU Gipfel in Brüssel beraten die europäischen Staats- und Regierungschefs am Donnerstag und Freitag über die ihre Strategie „Europa 2020“. Ziel ist es, den Weg für ein  intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum abzustecken. Der WWF vermisst klare Aussagen zum Erhalt der biologischen Vielfalt und ambitioniertere Anstrengungen im Klimaschutz als Voraussetzung für nachhaltiges und erfolgreiches Wirtschaften. „Die aktuellen Haushaltsprobleme einiger EU-Staaten versperren den Blick auf die ökologischen Herausforderungen der Zukunft“, bemängelt Alois Vedder, Leiter des Politikbereichs beim WWF Deutschland. Die beschlossenen Minderungsziele im Klimaschutz seien bei weitem nicht ausreichend. Ein Ziel zur Sicherung der biologischen Vielfalt fehle völlig. Visionäre Europapolitik, so der WWF-Sprecher, sehe anders aus.  

 

Die EU lebe über ihre Verhältnisse. Dies spiegle sich nicht nur in den leeren Kassen der Finanzminister wieder, sondern zeige sich auch in der rücksichtslosen Ausbeutung der Naturschätze. Der WWF verweist in seiner Kritik auf den Beschluss der europäischen Umweltminister aus der vergangenen Woche. Beim Umweltministerrat habe man sich auf das Ziel geeinigt, den Verlust der Biologischen Vielfalt und die Zerstörung von Ökosystemen bis 2020 zu stoppen. Diese Entscheidung müsse als eigenständige Vorgabe Bestandteil der Europa-2020-Strategie werden. Zahlreiche Wirtschaftkreisläufe seien auf funktionierende Ökosysteme angewiesen. Das Spektrum reiche von Fischerei über Landwirtschaft und Tourismus. „Die Reinigung von Böden und Wasser, die Speicherung von Kohlendioxid durch Wälder und Ozeane oder die Bereitstellung von Nahrung oder Medikamenten, die auf natürlichen Inhaltsstoffen beruhen, sind unbezahlbar“, betont Alois Vedder vom WWF. Deshalb sei es fundamental, die verschiedenen Strategien miteinander zu verzahnen.  

 

Die bislang beschlossenen EU-Klimaschutzziele seien nicht ambitioniert genug, um Europa ökologisch und wirtschaftlich voranzubringen und in der Welt glaubwürdig als Vorreiter in Sachen Klimaschutz auftreten zu können. Eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 um mindestens 30 Prozent bis 2020 statt der bislang vorgesehenen Senkung um 20 Prozent sei zwingend verbindlich zu verankern. Damit werde ein Innovationsschub ausgelöst, der dem Grundgedanken der EU-2020-Strategie entspreche.

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