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Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik steht an – Trendwende zu nachhaltigem Management dringend nötig

Traurig aber wahr: Europa ist Weltmeister im Leerfischen. Während weltweit derzeit 30 Prozent aller Fischbestände als überfischt gelten, sind es im Nordostatlantik 39 Prozent, im Mittelmeer sogar 88 Prozent.

Europa ist Weltmeister im Plündern der Meere. © Jorge Bartolomé / WWF
Europa ist Weltmeister im Plündern der Meere. © Jorge Bartolomé / WWF

Die Regelung der Fischerei ist eine Sache der Europäischen Union. Die erklärten Ziele der so genannten Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) der EU sind die nachhaltige Nutzung der Ressourcen, eine Minimierung der Auswirkungen der Fischerei auf die Umwelt und eine wettbewerbsfähige Fischereiwirtschaft. In den vergangenen Jahrzehnten hat diese Politik nicht funktioniert. Das Ergebnis: Fast jeder zweite untersuchte Bestand in EU-Gewässern ist überfischt, die Fischfangflotte ist zwei- bis dreimal größer, als für eine nachhaltige Fischerei verträglich wäre und in den vergangenen 10 Jahren sind die Fischanlandungen in europäischen Häfen um 30 Prozent zurückgegangen.

Neues Fischereigesetz ist eine kleine Revolution

Am 30. Mai 2013 einigten sich die Fischerei-Minister und das EU-Parlament auf einen Kompromiss, wie wir in Zukunft fischen werden. Das neue Fischereigesetz ist eine kleine Revolution: Erstmals nimmt die EU-Politik die Gefahr der Überfischung ernst und sucht Lösungen für nachhaltigen Fischfang. Es wurde ein Rückwurfverbot beschlossen und der Beifang soll begrenzt werden. Auch das Nachhaltigkeitsziel ist in dem Gesetz verankert, so dass ab 2020 nur noch so viel gefischt werden soll wie nachwächst. Und endlich müssen sich die EU-Fischer auch außerhalb der EU an die neuen Regeln halten – selbst wenn sie vor Afrika fischen.

Eine zukunftsfähige europäische Fischerei muss aus WWF-Sicht folgende Kriterien erfüllen:

  • Die Überfischung wird gestoppt. Nach besten wissenschaftlichen Erkenntnissen wird nur so viel gefischt, wie nachwächst.
  • Rückwürfe werden schon beim Fang vermieden. Es kommen bessere Techniken zum Einsatz und es wird genauer geplant, was wann und wo gefischt wird.
  • Die Fangkapazitäten der Fischereiflotten werden abgebaut. So sinkt der Druck auf die Fischbestände und gleichzeitig werden die verbliebenen Arbeitsplätze in der Fischerei langfristig gesichert.
  • Langfristige Mehrjahres-Pläne für jede Fischerei in der EU werden von Vertretern aus Fischerei, Umweltschutz, Wissenschaft und Politik gemeinsam maßgeschneidert erstellt.
  • Andere Länder, gleiche Sitten. Alle Fischereiregeln der GFP gelten für alle Fangschiffe, die unter EU-Flagge arbeiten, auch außerhalb europäischer Gewässer.


Ein schnelles Umdenken im Fischereimanagement ist lange überfällig. Unsere gemeinsamen Ressourcen müssen wir nachhaltig nutzen und verantwortungsvoller mit ihnen umgehen, egal wo wir fischen. Gemeinsam das Richtige tun – jetzt. 

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