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EU geizt beim Klimaschutz

10. September 2009

 

Die EU-Kommission hat heute ein Konzept zur Finanzierung des Kampfes gegen den Klimawandel vorgelegt. Auch wenn einige positive Elemente in dem Konzept enthalten sind, beinhaltet es nach Ansicht des WWF nur ein Minimum dessen, was an finanzieller Unterstützung von Seiten der EU für die Entwicklungsländer benötigt wird.

 

Der WWF geht davon aus, dass 110 Milliarden Euro jährlich notwendig sind, um die Entwicklungsländer zu unterstützen. Europa müsste davon 35 Milliarden Euro tragen. Doch obwohl die EU-Kommission ebenfalls einen jährlichen Finanzbedarf von 100 Milliarden Euro bis 2020 in den Entwicklungsländern sieht, kommt sie zu dem Schluss, dass die EU davon nur 2 bis 15 Milliarden Euro pro Jahr zahlen soll.

 

„Die EU legt zahlen auf den Tisch, die viel zu gering sind“, erklärt Regine Günther, Leiterin Klimapolitik des WWF Deutschland. „Da muss dringend nachgebessert werden. Außerdem wurde die wichtigste Option, die Finanzmittel zu erhalten, nicht anerkannt, die Versteigerung von Emissionszertifikaten durch einzelne Länder, wie Norwegen es vorgeschlagen hatte. Das ist ein ungedeckter Scheck.“

 

Als positiv zu bewerten sei hingegen, dass die EU Kommission einige Ideen vorgelegt hat, wie die Gelder zusammen kommen sollen, unter anderem aus dem Flug- und Schiffsverkehr. Außerdem wird angeregt, dass die Entwicklungsländer Pläne erstellen, wie sie die bereitgestellten Finanzen verwenden wollen. Daraufhin würde die EU eine Langzeit-Strategie bis 2011 aufstellen.

 

„Die EU hat zwar konkrete Beträge präsentiert und erklärt, wie sie auf diese kommt. Aber leider ist die Methode mangelhaft und der Endbetrag zu gering. Eine Vorreiterrolle der EU auf dem Weg nach Kopenhagen stellen wir uns anders vor“, so Regine Günther.

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