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EU ist Hauptimporteur für wilde Pflanzen und Tiere

31. Mai 2007

Erste Studie zum EU-Wildartenhandel: Legaler Handel im Wert von 93 Milliarden Euro

 

Zur 14. Weltartenschutzkonferenz CITES vom 3.-15. Juni in Den Haag:

 

Frankfurt a. M. - Wenige Tage vor Beginn der Weltartenschutzkonferenz CITES am 3. Juni in Den Haag zeigt eine Studie, dass die Europäische Union weltweit für viele Wildtiere und -pflanzen der größte Importeur ist. Für die Studie von TRAFFIC, dem gemeinsamen Artenschutzprogramm von WWF und der Weltnaturschutzunion IUCN, wurden erstmals Umfang und Menge des Wildartenhandels in der EU untersucht. „Vor allem bedrohte Arten werden in die EU geschmuggelt“, sagt WWF- und TRAFFIC-Experte Volker Homes, „auch wenn der überwiegende Teil des Handels insgesamt legal ist.“ Besonders beliebt seien Tropenholz, Kaviar und exotische Tiere, vor allem lebende Reptilien.  

 

Laut WWF und TRAFFIC wurden allein 2005 wilde Tier- und Pflanzenarten im Wert von 93 Milliarden Euro auf legalem Weg in die EU importiert. Zuvor hatten die EU-Behörden zwischen 2003 und 2004 über 7.000 Fälle von Wildartenschmuggel mit insgesamt mehr als 3,5 Millionen Exemplaren aufgedeckt, die unter das Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) fallen.  

 

Besonders Reptilien stehen derzeit bei den Europäern hoch im Kurs. Von 2000 bis 2005 wurden nach Schätzungen von TRAFFIC neben 300.000 Schlangen für den Tierhandel rund 3,4 Millionen Echsen-, 2,9 Millionen Krokodil- und 3,4 Millionen Schlangenhäute nach Europa importiert – allesamt Arten, die durch das Washingtoner Abkommen geschützt sind und nur streng kontrolliert gehandelt werden dürfen.            

 

Im selben Zeitraum führte die EU 424 Tonnen Kaviar ein – das ist über die Hälfte der weltweiten Importe. Auch im Verbrauch von Tropenhölzern liegt Europa vorn. Allein 2004 importierte die EU über zehn Millionen Kubikmeter Tropenholz aus Afrika, Südamerika und Asien im Wert von rund 1,2 Milliarden Euro.   

 

„Die hohe Nachfrage der Europäer hat enorme Auswirkungen auf Mensch und Natur in allen Ecken der Welt“, sagt WWF- und TRAFFIC-Experte Volker Homes. „Die EU muss aufpassen, dass ihr Hunger nach dem Besonderen nicht zur Ausbeutung der Wildnis führt. Als größter Markt für Wildarten trägt sie eine große Verantwortung“ Der WWF hofft, dass sich die EU auf der kommenden Weltartenschutzkonferenz besonders für den Schutz bedrohter Arten einsetzen wird.  

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