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Annex 1: Belege für die Zusammenarbeit des WWF mit indigenen Völkern

Der WWF unterstützt in seinen Projekten einen partizipativen Ansatz, d. h. es werden alle wichtigen Akteure – so weit möglich – in die Entscheidungsprozesse eingebunden. Oft ist es nicht einfach, die Interessen der verschiedenen Gruppen zusammen zu führen. Am Ende der Diskussion steht dann ein für alle Seiten tragbarer Kompromiss. Bei der Einrichtung von Schutzgebieten ist es in der Regel die lokale Anrainerbevölkerung, die von bestimmten Ressourcen abgeschnitten wird. Hier gilt es, einen Ausgleich zu schaffen.  

 

Die folgende Karte ist das Ergebnis eines solchen Prozesses: sie weist die heiligen Stätten der indigenen Bevölkerung im Regierungsbezirk Merauke, Papua, aus und beinhaltet auch den Wasur Nationalpark. Sie wurde in enger Zusammenarbeit mit den traditionellen Autoritäten erstellt und auch von diesen unterzeichnet. Der Bericht unten gibt einen Einblick in den langen Prozess der Ergebnisfindung.

Legende

Tempat penting wichtiger Ort
Tempat sakral heiliger Ort
Sumber air Wasserquelle
Dusun Sagu Sago Dorf
Persinggahan Leluhur Rastplatz der Ahnen
Perjalanan Leluhur Pfad der Ahnen
Kawasan Konservasi Adat Traditional conservation area
Tipe jalan Strassenbezeichnung
Jalan kabupaten Regierungsbezirksstrasse
Jalan Distrik Distriktstrasse
Penyangga dan koridor Flussbett und Korridor
Kawasan konservasi Conservation area
Perairan/laut/sungai Wasser/Meer/Fluß
Sub Ekoregion Sub Ecoregion
Penyangga sungai 5 KM Flussbett 5 KM
Intensitas Pemanfaatan Ruang Landnutzung
Alokasi Penggunaan Lain Weitere Verwendung
Pemanfaatan ruang skala tinggi intensive Landnutzung
Pemanfaatan ruang skala sedang begrenzte Landnutzung
Pemanfaatan ruang skala rendah/terbatas geringe Landnutzung
Batas administrasi distrik Grenze des Distrikts
Tempat penting (Buffer) Wichtiger Ort (Pufferzone)
Daratan Land

Bericht zum Multi-Stakeholder Workshop: Kartierung der sakralen Orte im Distrikt Merauke, Papua

Die Workshop-Dokumentation „Hasil Identifikasi Tempat Penting Masyarakat Suku Besar Malind Anim dalam Bio-Visi Ecoregion Trans Fly“ zeigt die Ergebnisse eines Multi-Stakeholder Workshops vom September 2006. Auf diesem Workshop wird der Prozess und das Ergebnis der partizipativen Kartierung von sakralen Orten der Malind Anim, das ist die Gemeinschaft der Stämme im Distrikt Merauke, Papua (einschl. der Kanume) vorgestellt und diskutiert. Die von WWF und den Stämmen der Malind Anim angefertige Karte wird von Vertretern der indigenen Gruppen unterschrieben und somit ratifiziert. Empfehlungen für den weiteren Planungsprozess werden ausgesprochen (z. B. dass die Ergebnisse einfliessen müssen in die weitere Raumplanung der Regierung, dass weitere Pläne unbedingt die sakralen Orte der indigenen Völker berücksichtigen und schützen müssen). Weitere Aufgaben und die Verantwortung der einzelnen Teilnehmer werden festgelegt (Stammesälteste kommunizieren die Ergebnisse weiter, Regierungsvertreter leiten Ergebnisse weiter an andere Behörden). Teilnehmerlisten und Legenden der Kartierung im Anhang. 

 

Rolle des WWF: Moderator (Facilitator), Unterstützung bei der Kartierung, endgültiges Mapping, weitere Vorschläge zur Einbindung der Kartierung in der Raumplanung, Finanzierung des Workshops.

Auszüge aus dem Workshop-Bericht

Seite 9 (Ablauf des Workshops):

 „Das Konzept Wald mit hohem Schutzwert unter Punkt (5) und (6) zum Schutz des Lebensraumes, der Suche nach Nahrung und den heiligen Stätten oder Tabuorten nach den Stammessitten impliziert, dass der Schutz eines Gebietes den Schutz der Flora und Fauna beinhaltet. In einer siebenmonatigen Kartierung, zwischen Januar bis Juli 2006, wurden die heiligen Orte des Großstammes Malind Anim zusammen mit den acht Stämmen Khima-khima, Makleuw-Muli anim, Bian Anim, Malind anim, Marori Mengey, Kanume, Malind Imbuti und Yeinan kartiert.  

 

Das Ergebniss der Kartierung muss konsolidiert werden in einem Treffen zwischen den Stämmen um es zu korrigieren und zusammenzuführen, so dass das gesamte Gebiet der Malind Amind berücksichtigt werden kann in den Regierungsentscheidungen die mit Raumnutzung im Distrikt Merauke zu tun haben, insbesondere der Festlegung von Schutzzonen.“  
  ´

Seite 44 (Ansprache des Direktors der WWF Region Sahul Papua, Benja Mambay):

Sehr geehrter Herr Vize-Regierungspräsident
Sehr geehrte Leiter der Institutionen der Regionalregierung
Sehr geehrte Leiter der UPT im Waldsektor
Sehr geehrte Leiter der Stammesräte und Stammesvertreter aus acht traditionellen Bezirken
Sehr geehrte Mitglieder des TransFly Ecoregion Steering Commitees
Sehr geehrte Teilnehmende des Workshops

 

Guten Morgen,
die Vorbereitung zur Kartierung der Ecoregion im Rahmen des TransFly in Indonesien und Papua Neuguinea, im speziellen im Regierungsbezirk Merauke, wurde in den letzten drei Jahren intensiv vom WWF mit Unterstützung der lokalen Regierung des Distrikts Merauke und in Zusammenarbeit mit den Kollegen aus Papua Neuguinea, vor allem dem WWF Papua Neuguinea, durchgeführt. Vertreter der indonesischen Regierung, Vertreter der Hochschulen, Stammesvertreter und Experten aus Papua Neuguinea haben vom 16.-18. Mai über die Region diskutiert und über den Aufbau einer engen Zusammenarbeit zwischen den Ländern zur Erhaltung der Biodiversität im Bereich des TransFly. Das besondere am Team Papua ist die Zuarbeit der traditionellen Bevölkerung, besonders des Stammes der Malind Anim, die Vision der biologischen Vielfalt im Bereich TransFly Ecoregion zu bereichern. Die Ökoregion- Initiative, die vor allem von den Kollegen des WWF USA ins Leben gerufen wurde, ist eine neue Idee. Neben Merauke werden auch andere Bezirke wie Manokwari und Sorong Teil der Ökoregion, auch wenn die Vorbereitung dort erst auf lokaler Ebene besteht. Eine positive Reaktion entstand als traditionelle Institutionen Teil der Vision der Diversität im Rahmen des TransFly wurden, denn die Biodiversität ist nicht von den Traditionen der Stämme zu trennen. Als Folge des im Mai erreichten Konsens, sollte die Bevölkerung zusammen arbeiten, um eine Vision zu umschreiben (red: dem Sinn nach „beschreiben“), die das bereits Besprochene weiter bereichert. Zwei Tage lang haben die Teilnehmer diskutiert, dies ist der erste Distrikt, der der Bevölkerung die Möglichkeit bietet, ihre eigenen heiligen Stätten zu identifizieren. Im Namen des WWF Indonesien bedanken wir uns bei der Lokalregierung des Distrikts Merauke, die den WWF immer vertrauensvoll unterstützt hat. Wir hoffen, dass die Diskussion über den Schutz der Umwelt kein Faktor ist, der den Aufschwung hemmt, aber ein Zeichen einer nachhaltigen Entwicklung wird. Hoffentlich wird das in diesem Workshop besprochene nützlich sein für diese und kommende Generationen.

Vielen Dank“

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