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Annex 4: Beleg für einen deutlich größeren Restwald auf der Plantage PT Rimba Harapan

Im Film wird der Vorwurf erhoben, dass der WWF in einer als vermeintlich nachhaltig zertifizierten Plantage einen Restwald von 80 ha akzeptiert. Dies ist nicht der Fall (siehe hier). Diese Plantage ist nicht als nachhaltig zertifiziert worden. Der WWF hatte mit dem Unternehmen ein Konzept erarbeitet, um besonders schützenswerte Flächen innerhalb der vergebenen Konzession zu identifizieren. Die Evaluation wurde von einem unabhängigen Dritten durchgeführt. 36% der Fläche wurden als besonders schützenswert klassifiziert.  

 

Der WWF hat aktuelle Satellitenbilder der Region ausgewertet und stellt fest: die im Film gemachte Aussage ist falsch. Die identifizierten Gebiete wurden nicht für die Pflanzung von Ölpalmen gerodet (siehe Karten und Fotos). Die Fläche innerhalb der HCV-Gebiete, die wir visuell als Wald identifizieren können ist mehr als 50 Mal größer als die im Film genannten 80 ha. Dies ist eine sehr konservative Schätzung. Wir haben alle Gebiete abgezogen, die wir auf Grund von Wolken bzw. deren Schatten nicht sehen können; also auch kleinere HCV Gebiete etwa entlang der Flußläufe. Für die drei großen Blöcke ergeben sich im Einzelnen (von Nord nach Süd): 2703 ha, 206 ha, 1269 ha. 

 

Zum besseren Verständnis der Satellitenbilder:
Natürliche Landbedeckung, wie zum Beispiel Wälder oder andere Vegetationsformen haben von oben betrachtet meist unregelmäßige und nicht-geometrische Grenzen. Ein natürlicher Waldtyp weist aufgrund von Lücken im Kronendach, unterschiedlichen Arten und Altersklassen der Bäume eine heterogene Struktur auf – dies führt zu einer Mischung und Variationen von Farben auf den Satellitenbildern. Die auf dem Bild als Wald identifizierten Flächen zeigen verschiedene Grün- und Brauntöne, die zusammen einen Wald ergeben.  

 

Landwirtschaftliche oder andere vom Menschen genutzte und bearbeitete Flächen kann man meist an unnatürlichen oder geometrischen Formen erkennen. Im Falle von Ölpalmen sieht man ein Raster von Straßen. Weiterhin ist die Struktur viel homogener, da das Pflanzen und Ernten auf großer Fläche gleichzeitig stattfindet: Eine Plantage sieht für gewöhnlich viel regelmäßiger und homogener aus als ein Naturwald, weil sie nur mit einer einzigen Pflanzenart bepflanzt wird.  

 

In der vorliegenden Karte wurden „Falschfarben“ angewendet – das bedeutet, dass die Darstellung nicht der eines Photos entspricht, auf dem Wasser blau und Boden braun ist. Vielmehr bedienen sich Fernerkundungsspezialisten zusätzlicher spektraler Informationen, die durch Satelliten gesammelt werden, um andere Dinge zu erkennen. Auf diesem Bild wurde mittlere Infrarot- (MIR) und Nah-Infrarot-Strahlung (NIR; wird stark von Vegetation reflektiert, nicht aber von Boden) genutzt, um Wald- von Nicht-Waldflächen zu unterscheiden.  

In diesem Fall haben die Flächen mit Bäumen und Wäldern niedrige Werte im roten, höhere im NIR- und niedrige im MIR-Bereich, und die Flächen ohne Wald haben sehr hohe Werte im MIR- und hohe Werte im roten Bereich, hingegen niedrige im NIR. Auf diese Weise erkennt man die Unterschiede auf den Satellitenbildern. 

Karte: Aufnahme des Landsat 7 ETM+ Satelliten vom 04. Juni 2011. © WWF
© WWFLupe

Zu sehen ist in Violett die Grenze der vergebenen Konzession,und mit grüner Umrandung die als besonders schützenswert identifizierten Gebiete. Ein Teil des Gebietes ist leider durch Wolken bedeckt, so dass die Erdoberfläche in diesen Bereichen nicht zu erkennen ist. Deutlich zu sehen in rot brauner Farbe die gerodeten Flächen. Da es sich um neue Pflanzungen handelt, sind die typischen Muster für Ölpalmplantagen hier noch nicht ausgeprägt. Zum Vergleich: im Nordwesten außerhalb der Plantage ist eine ältere Plantage mit dem typisch quadratischen Plantagenmuster zu erkennen.

Karte: südöstlichen Teil der Konzession, aufgenommen durch einen hochauflösenden Satelliten. © WWF
© WWF

Wie in der Übersichtskarte sieht man die Grenzen der Konzession in Violett, die Grenzen der besonders schützenswerten Gebiete grün umrandet und leicht diagonal schraffiert. In den Gebieten, in denen Ölpalmen gepflanzt wurden ist das geometrische Muster der Pflanzreihen und Wegesysteme deutlich zu sehen, wohingegen in den HCV-Gebieten die Waldstruktur zu erkennen. Von einzelnen Punkten (pink= Ölpalmpflanzungen; grün= innerhalb HVA Gebieten) wurden Belegfotos durch WWF-Mitarbeiter aufgenommen, die ebenfalls zeigen, dass in den angegebenen Flächen Wald steht. Alle Bilder stammen vom 03.07.2011.

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