Content Section

Finanzunternehmen stützen Versteigerung von CO2-Zertifikaten

15. September 2008

 

Brüssel, Berlin:  Vertreter führender Finanzunternehmen – BOS Bank (Polen), CA Chevreux (Frankreich), Climate Change Capital (Großbritannien) and Natixis E&I (Frankeich) – haben heute auf Einladung des WWF über die Rolle der Versteigerung im europäischen Emissionshandel diskutiert. Einig war sich die Mehrzahl der Teilnehmer in London, Brüssel und Warschau darin, dass eine Versteigerung der Verschmutzungszertifikate sowohl Investoren als auch Shareholdern einen verlässlichen Rahmen für künftige Investitionsentscheidungen biete.

 

Die Versteigerung der Verschmutzungsrechte stellt sicher, dass die Kosten für CO2 Eingang in die Bilanzen von Unternehmen finden und bei Investitionsentscheidungen berücksichtigt werden. Gleichzeitig wird so der Anreiz verstärkt, in emissionsärmere Technologien zu investieren, die nötig sind, um den Klimawandel aufzuhalten. „Die Versteigerung führt außerdem dazu, dass die Kosten für CO2 in den Wirtschaftskreislauf zurückfließen und nicht ausschließlich bei den Shareholdern der Stromerzeuger verbleiben“, erläutert Adrien Assous, Carbon Chief Economist von Natixis E&I.

 

Die Unternehmensvertreter betonten, dass der Klimawandel künftig starken Einfluss auf Investitionsentscheidungen haben wird. Das europäische Klima- und Energiepaket stelle deshalb für viele Investoren einen wichtigen Schritt hin zu mehr Rechtssicherheit für die europäische Wirtschaft dar. Rupert Edwards, Managing Director Carbon Finance von Climate Change Capital, sagt dazu: „Diesen Sommer muss die EU beweisen, dass sie es ernst meint in Sachen Klimaschutz. Ein wenig ambitioniertes Paket wäre der Todesstoß für viele neue Wirtschaftsbereiche und würde Impulse für den Arbeitsmarkt und saubere Technologien stoppen. Eine kohlenstoffarme Wirtschaft ist schon in Reichweite – jetzt brauchen private Investoren starke, langfristige politische Signale.“

 

„Die Diskussion zeigt, dass es im Interesse der europäischen Wirtschaft ist, den Klimawandel anzugehen“, fasst Keith Allott, Leiter Klimaschutz von WWF Großbritannien die Debatte zusammen. „Diese Unternehmen haben erkannt, welche Risiken es birgt, nicht zu handeln und welche Chancen sich aus einer kohlenstoffarmen Welt ergeben.“ Der WWF fordert die EU-Mitgliedsstaaten deshalb auf, das Klima- und Energiepaket zu einem Vorbild für die Erreichung ihrer Klimaschutzziele sowie zum Signal für Zukunftsinvestitionen zu machen.

 

„Auf den weltweiten Kapitalmärkten ist die Versteigerung anerkanntes Instrument“, fügt Keith Allott hinzu. „Sie minimiert die Komplexität von Handelsaktivitäten, macht diese transparent und verhindert geheime Absprachen unter Marktteilnehmern. Die Versteigerung der Emissionszertifikate ist deshalb eine unserer zentralen Forderungen für das EU Klima- und Energiepaket. Nicht nur im Interesse des Weltklimas, sondern auch im Interesse der Kunden und Shareholdern der europäischen Finanzwirtschaft.“ 

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • drucken