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Fische statt Seevögel am Haken

17. September 2009

WWF verleiht internationalen Preis für Fischerei- Methoden zur Beifangreduzierung

 

Der WWF gab heute die diesjährigen Gewinner des Internationalen Wettbewerbs „Schlaue Netze“ bekannt. Weltweit prämiert die Umweltorganisation die Entwicklung von innovativen Fischereimethoden, die Umweltschäden und unerwünschten Beifang reduzieren. Der mit 30.000 US Dollar dotierte Preis geht in diesem  Jahr an ein australisches Wissenschaftler-Team. Ihre Erfindung verringert den Beifang von Seevögeln in der küstennahen Langleinenfischerei auf Thunfisch und Schwertfisch. Mit dem System lassen sich die mit Ködern bestückten, mehrere hundert Meter langen Fischerleinen erstmals tief unter der Wasseroberfläche ausbringen. So verfangen sich Albatrosse und Sturmtaucher auf ihrer Jagd nach den Ködern nicht mehr in den Haken. Bis zu 300.000 Seevögel fallen derzeit jährlich der Langleinen-Fischerei zum Opfer.

 

„Es gibt weltweit viele ausgezeichnete Ideen für selektive Fanggeräte, die helfen können, die Millionen Tonnen Beifang, die jährlich aus den Meeren geholt werden, zu reduzieren – wichtig ist, dass sie gefördert werden und Verbreitung finden.“ sagt Karoline Schacht, Fischerei-Expertin des WWF. „Der WWF-Wettbewerb „Schlaue Netze“ ist eine internationale Plattform für innovative Ideen und hilft, die enormen negativen Auswirkungen des Fischfangs auf praktische Weise einzudämmen.“ Jedes Jahr gehen Fischern Millionen Tonnen Meeressäuger, Seevögel und Fische, die nicht der Zielart entsprechen, als ungewollter Beifang in die Netze, der oft als Müll in Meer zurückgeworfen wird. Auch an den Langleinen landen nicht nur Thunfische: Meeresschildkröten, Haie und Seevögel schlucken einen der 20.000 Haken oder verfangen sich in den Leinen und verenden qualvoll. Albatrosse sind von dieser Fischereimethode besonders bedroht. 18 Albatross-Arten stehen auf der Liste der bedrohten Arten, vier davon gelten als vom Aussterben bedroht. Analysen des WWF haben ergeben, dass der weltweite Fischfang rund 40 Prozent Beifang produziert.

 

Zwei weitere Preise im Wert von je 10.000 Euro gingen an zwei Erfindungen die einerseits den Beifang in der Krabbenfischerei drastisch verringern und andererseits die durch Fischtrawler auf dem Meeresboden verursachten Schäden erheblich reduzieren und zudem Treibstoff sparen. Für den Wettbewerb „Schlaue Netze“, den der WWF zum fünften Mal durchgeführt hat, reichten 71 Teilnehmer aus 27 Ländern Vorschläge ein. Die Gewinner hat eine unabhängige Jury aus Wissenschaftlern, Fischern, Ingenieuren, Vertretern der Fischereiindustrie und der Umweltverbände ausgewählt.

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