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Frankfurter Erklärung soll Gorillas helfen

08. Juni 2009

Internationale Schutzkonferenz am 9. und 10. Juni in Frankfurt

 

Ein deutliches Signal zum Schutz der Gorillas erhofft sich der WWF von der am Dienstag in Frankfurt beginnenden internationalen Gorillakonferenz. Ziel der Zusammenkunft zahlreicher Experten und Regierungsvertreter ist es, Lösungsansätze für den Schutz der Menschenaffen und ihrer Lebensräume aufzuzeigen. In einer "Frankfurter Deklaration" sollen die Ergebnisse zusammengefasst werden. Die Konferenz steht unter der Ägide des Bundesumweltministeriums. Die UN hat 2009 zum Jahr des Gorillas erklärt.

 

Von Seiten des WWF nimmt unter anderem die renommierte Gorillaforscherin Dr. Angelique Todd teil, die das Gorilla Habituierungsprojekt des WWF im Regenwald der Zentralafrikanischen Republik leitet. Drei der vier Gorilla-Unterarten sind derzeit auf der Roten Liste als "vom Aussterben bedroht" klassifiziert. Hauptbedrohungsfaktoren sind Lebensraumzerstörung und Wilderei. Zudem gefährden Krankheiten, kriegerische Konflikte und der Bergbau das Überleben der Gorillas in einigen Regionen.

 

"Wir müssen alles tun, um diese wundervollen Tiere vor dem Aussterben zu retten, vor allem dadurch, dass wir ihre Lebensräume schützen", so Angelique Todd. "Wenn wir jetzt nicht handeln, werden bis 2030 über 90 Prozent der heutigen Gorillapopulation weltweit verschwunden sein: Durch Lebensraumzerstörung, Krankheiten und Wilderei. Unter diesen Umständen hat der Gorilla in freier Wildbahn keine Überlebenschance“, so Todd.

 

Das Kongobecken, das zweitgrößte zusammenhängende Regenwaldgebiet der Erde, galt lange Zeit als sicherer Lebensraum für Gorillas. Doch in den letzten 20 Jahren haben Waldzerstörung und Wilderei die Bestände der Gorillapopulationenstark dezimiert. Als "Bushmeat" landen Gorillas im Kochtopf oder werden für die traditionelle Medizin verwertet. Schätzungen des WWF zufolge landen alljährlich zwischen 3.000 bis 6.000 Menschenaffen im Buschfleisch-Handel.

 

"Es gibt zahlreiche Gesetze zum Schutz der Gorillas", so Angelique Todd, "aber sie müssen auch konsequent umgesetzt werden. Wir müssen die Staaten Zentralafrikas bei der Entwicklung besserer Vorwarnsysteme im Artenschutz unterstützen. Im Justiz- und Vollzugssektor sind zusätzliche Kapazitäten notwendig, um notorische Gesetzesbrecher und korrupte staatliche Kader konsequent zu verfolgen und zu belangen."

 

Eine besondere Verantwortung beim Schutz der Gorillas kommt dem Holzhandel und Käufern von Holzprodukten in Europa zu. Die kommerzielle Forstwirtschaft in den Ländern des Kongobeckens wird in großen Konzessionen betrieben. Nur eine verantwortungsvoll betriebene Waldbewirtschaftung berücksichtigt den Schutz der Menschenaffen durch Ausweisung von geschützten Rückzugsgebieten und Kontrolle der Wilderei. Der WWF fordert die Firmen auf, ihre Waldbewirtschaftung nach den Standards des FSC (Forest Stewardship Council) auszurichten, die solche Schutzmaßnahmen gewährleisten. Gleichermaßen sollen Holzhandel und Verbraucher in Europa darauf achten, dass afrikanische Hölzer das FSC Siegel tragen.

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