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Für den Tiger zählen nur noch Taten

01. Februar 2011

Studie: Asien hat Platz für 10.000 wilde Tiger. / WWF: Beschlossene Schutzmaßnahmen müssen zügig umgesetzt werden.

 

Frankfurt - Am 3. Februar geht nach dem chinesischen Kalender das „Jahr des Tigers“ zu Ende. Die Umweltschutzorganisation WWF zog angesichts des anstehenden Jahreswechsels in China und weiten Teilen Asiens eine positive Bilanz. „Der politische Prozess im Jahr des Tigers war ein historischer Moment für die internationalen Naturschutzbemühungen. Jetzt geht es an die Umsetzung. Für den Tiger zählen nur noch Taten“, sagt Volker Homes, Leiter WWF Artenschutz. Auf dem internationalen Tiger-Gipfel im vergangenen November hatten sich Staats- und Regierungschefs darauf geeinigt, den weltweiten Bestand der Tiger bis 2022 verdoppeln zu wollen. Außerdem wurden finanzielle Mittel zur Rettung des Tigers angekündigt. Der WWF werde, so erklärt Homes weiter, den Aufbau der Tiger-Bestände in eigenen Projekten vorantreiben und genau beobachten, ob gegebene Zusagen der Politik auch eingehalten würden.  

 

Rückendeckung erhalten die weltweiten Schutzbemühungen durch eine aktuelle Studie, wonach in den bestehenden Naturreservaten Asiens mehr als 10.000 wilde Tiger leben könnten– rund drei Mal mehr als gegenwärtig. Dazu bräuchte es dem WWF zufolge allerdings den grenzüberschreitenden politischen Willen, die einzelnen Kerngebiete via Korridore zu verbinden. „Die Politiker der Tiger-Verbreitungsstaaten haben sich mit großen Versprechungen gegenüber der Weltöffentlichkeit in Szene gesetzt. Sie werden sich jetzt an ihren eigenen Worten messen lassen müssen“, sagt Volker Homes. Erste Maßnahmen zum Schutz des Tigers sind bereits angelaufen. So war jüngst ein verletztes Tier, das in einer nepalesischen Hotelanlage umhergestreift war, von einer Eingreif-Truppe gefangen und veterinärmedizinisch versorgt worden. Nach seiner Genesung wurde der Tiger im Rahmen einer Umsiedlungsaktion im etwa 600 Kilometer entfernten Bardia-Nationalpark ausgesetzt. „Es gibt weltweit nur noch etwa 3.200 Tiger. Das ist verdammt wenig und daher zählt jedes einzelne Individuum“, sagt Volker Homes.  

 

Derweil wartet der WWF auch im Russischen Fernen Osten, der Heimat des Amur-Tigers, auf den Startschuss zu einer neuen Projektphase. Das Bundesumweltministerium hat für Tiger-, Wald- und Klimaschutznahmen in der Region insgesamt vier Millionen Euro an Finanzmittel zugesagt. Der WWF, der dort seit Beginn der Neunziger Jahre aktiv ist, will mit den Geldern u. a. die Einrichtung neuer Waldschutzgebiete fördern und deren Management durch nachhaltige Forstbewirtschaftung voranbringen. Der Russische Ferne Osten, Heimat für rund 450 Amur-Tiger, gilt als einer der bedeutendsten Rückzugsorte der bedrohten Großkatzen.

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