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G8-Gipfel der Führungsschwäche

08. Juli 2008

WWF: G8-Staaten drücken sich vor historischer Verantwortung

 

Die Staats- und Regierungschefs der führenden Industrienationen (G8) konnten den internationalen Klimaverhandlungen auf ihrem Gipfel im japanischen Toyako keine neuen Impulse geben. Der WWF kritisiert das Fehlen von Reduktionszielen mit einer mittelfristigen Reichweite bis 2020. Alleine das Ziel einer Halbierung der Treibhausgase bis 2050 ohne Basisjahr sei nicht ausreichend. Der WWF fordert die G8-Staaten auf, die Anstrengungen gegen den globalen Klimawandel deutlich zu intensivieren.

 

„Lediglich eine Bestätigung der Vereinbarungen des Gipfels vom Vorjahr in Heiligendamm, kann kaum als bedeutendes Ergebnis gewertet werden“, kritisiert Regine Günther, Leiterin des WWF Klimaprogramms in Deutschland.  „Die minimalen Fortschritte nach einem Jahr voller Minister-Treffen und Verhandlungen sind nicht nur eine verpasste Chance, sondern bleiben auch auf unverantwortliche Weise hinter den Notwendigkeiten  zurück, um Menschen und Natur vor dem Klimawandel zu schützen.“ 

 

Der WWF erinnert die Staats- und Regierungschefs der G8-Staaten daran, dass die Wissenschaft eindeutig belegt habe, dass die schlimmsten Folgen des Klimawandels nur abgewendet werden könnten, wenn der weltweite Treibhausgasausstoß bis 2050 um wesentlich mehr als um die Hälfte gegenüber 1990 reduziert werde. Die reichen Industrienationen müssten als ersten Schritt ihre Emissionen bis 2020 um 25 bis 40 Prozent vermindern. Diese entscheidenden und wichtigen Maßnahmen würden von dem aktuellen G8-Beschluss nicht ansatzweise widergespiegelt.

 

„Die G8-Staaten sind für 62 Prozent des bisher weltweit ausgestoßenen Kohlendioxids verantwortlich. Das macht sie zum Hauptverursacher des globalen Klimawandels und zum größten Teil des Problems“, ergänzt Regine Günther. „Die G8-Staaten nehmen ihre Verantwortung nicht wahr und  verweigern die notwendige Führungsrolle im Kampf gegen den Klimawandel. “

 

Der G8-Beschluss in Toyako zeige, dass die Industriestaaten noch sehr weit davon entfernt sind, den notwendigen Wandel voranzutreiben. Die Schwellenländer bieten hingegen konkret an, eigene Klimaschutzmaßnahmen in ihren Ländern durchzuführen, wenn die Industrieländer eine entschiedene Rolle im  Kampf gegen den Klimawandel übernehmen.

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