Content Section

Gasstreit als Signal für die Energiewende

12. Januar 2009

WWF fordert Energiesicherheit durch Energieeinsparung und regenerative Energien

 

Berlin - Der WWF fordert Konsequenzen aus dem aktuellen Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine. „Die EU muss langfristig verstärkt auf die Einsparung von Energie und den Ausbau der erneuerbaren Energiequellen setzen, um sich unabhängiger von Gasimporten zu machen“, betont Brick Medak, Klimaschutzreferent beim WWF Deutschland. Gas sei mittelfristig zwar als Brückentechnologie in eine CO2-freie Zukunft unverzichtbar, allerdings müsse sich die EU langfristig unabhängiger von einzelnen Anbieter- und Transitländern machen. Wichtig sei die Versorgung breiter aufzustellen, etwa durch den verstärkten Einsatz von verflüssigtem Gas und die Nutzung weiterer Pipelines. Das sei nicht nur energiepolitisch sinnvoll, sondern auch aus Gründen des Klimaschutzes dringend geboten. Energiesicherheit und Klimaschutz seien zwei Seiten einer Medaille.  

 

„Es wird höchste Zeit, dass die EU vor allem mehr in Energieeffizienz investiert und eine gemeinsame Strategie gegenüber Gasliefer- und Transitländern entwickelt“, erklärt Medak. Zudem fehle es auf dem von einigen wenigen Konzernen beherrschten deutschen Gasmarkt weiterhin an ausreichend Wettbewerb. Eine größere Zahl von Importeuren würde die Abhängigkeit von einzelnen Lieferländern verringern und die Energiesicherheit erhöhen.    

 

„Die wichtigste Energiequelle der Zukunft ist die Energieeinsparung“, so Medak weiter. Deshalb fordert der WWF stärkere gesetzliche Rahmenbedingungen für Energieeffizienz. Insbesondere bei Gebäuden bestehe ein enormes Einsparpotenzial. Die anstehende EU-Gebäuderichtlinie sei eine Chance, hohe Standards für die Wärmeversorgung und Dämmung von Gebäuden festzulegen und die Energieverschwendung zu beschränken. Allein dadurch könne langfristig mehr Energie eingespart werden als heute mit dem größtenteils importierten Gas verbraucht werde. In Deutschland etwa wird mehr als 45 Prozent der für Heizungen und Warmwasser eingesetzten Energie mit Erdgas abgedeckt.  

 

Parallel müsse der Ausbau der erneuerbaren Energien in der Stromerzeugung zügig vorangetrieben werden. Die aktuelle Krise dürfe hingegen nicht als Vorwand missbraucht werden, erneut auf gefährliche Dinosauriertechnologien wie die Kernenergie oder extrem klimaschädliche Kohlekraftwerke zu setzen. 

  • Facebook
  • Twitter
  • Google Plus
  • Pinterest
  • drucken