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Gefahr für die letzten 7.000 Tiger

17. April 2007

WWF zum Welt-Tiger-Gipfel (Kathmandu, 16.-18. April): Handel mit Tigern muss verboten bleiben, sonst droht ihnen das endgültige Aus

 

Der WWF ruft die Teilnehmer des Welt-Tiger-Gipfels dazu auf, sich gemeinsam für den Schutz der letzten höchstens fünf- bis siebentausend Tiger der Erde stark zu machen. Gleichzeitig appelliert der WWF an China, sein Handelsverbot für Tiger und Tigerprodukte nicht aufzuheben. Wenn der Verkauf wieder erlaubt werde, sei dies das Todesurteil für die letzten wilden Tiger. Der Welt-Tiger-Gipfel tagt bis Mittwoch im nepalesischen Kathmandu. Unter den Teilnehmern sind neben den elf Tiger-Verbreitungsstaaten zahlreiche Wissenschaftler und Naturschutzorganisationen.  

 

Auch die chinesische Regierung schickt in diesem Jahr eine Delegation zum Welt-Tiger-Gipfel – vor allem, um Unterstützer für die Aufhebung des Handelsverbots zu gewinnen, damit Tigerbestandteile wieder in der traditionellen Medizin in Asien eingesetzt werden können, fürchtet der WWF. Findet Peking starke Mitstreiter, könnte sich dies auch auf die Weltartenschutzkonferenz CITES auswirken, die im Juni in Den Haag stattfindet. Dort wird darüber entschieden, welche bedrohten Tier- und Pflanzenarten unter welchen Bedingungen international gehandelt werden dürfen.  

 

Nach WWF-Informationen wird die chinesische Regierung von den Investoren großer Tigerfarmen bedrängt, das Handelsverbot aufzuheben. Auf den chinesischen Tigerfarmen werden inzwischen etwa 4.000 Tiger gehalten. „Die Farmen tarnen sich als Wildparks oder Zuchtprogramme, doch vermutlich sind sie eine Quelle für den illegalen Handel mit Tigerprodukten“, sagt WWF-Artenschützer Volker Homes. Seit 1993 ist in China der Handel mit Tigern verboten.  

 

„Wenn die chinesische Regierung einknickt, macht sie ihre eigenen Artenschutzerfolge zunichte und versetzt den Tigern den Todesstoß“, sagt WWF-Experte Homes. Einem Produkt mit Bestandteilen aus Tigern sei nicht anzusehen, ob dafür ein wilder oder ein Farm-Tiger habe sterben müssen. „Es ist viel günstiger, einen wild lebenden Tiger zu schießen und illegal zu handeln, als einen Tiger in Gefangenschaft aufzuziehen, um ihn dann zu töten.“  

 

Die Situation der Tiger ist weltweit dramatisch. Streiften vor einhundert Jahren noch etwa 100.000 Tiger durch die Wälder zwischen Anatolien und dem russischen Fernen Osten, sind es heute noch höchstens 7.000 Tiere. Nur fünf der einst acht Unterarten haben das 20. Jahrhundert überlebt. 93 Prozent des Tigerlebensraums sind in den vergangenen 150 Jahren der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung geopfert worden.

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