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Größere Kinderstube für Elefantenbabys

27. August 2008

Tesso Nilo-Nationalpark wird ausgeweitet. / Neue Hoffnung für Tiger und Elefanten auf Sumatra.

 

Wie die indonesische Regierung in einer Stellungnahme bekannt gab, wird der Tesso Nilo-Nationalpark auf der Insel Sumatra auf insgesamt 86.000 Hektar vergrößert. Damit würde sich die Fläche des Regenwald-Schutzgebiets mehr als verdoppeln. „Durch die Ausweitung des Nationalparks gibt es neue Hoffnung für die zahlreichen bedrohten Tier- und Pflanzenarten einer der letzten intakten Tieflandregenwälder auf Sumatra“, erklärt WWF-Regenwaldexpertin Nina Griesshammer. Besonders große Säugetiere, wie Tiger und Elefanten, profitieren von der Erweiterung, da sie dadurch dauerhaft größere, geschützte Reviere und ein besseres Nahrungsangebot haben. Schätzungsweise 60 bis 80 der vom Aussterben bedrohten Sumatra-Elefanten sind im Tesso Nilo-Park zuhause. „Für den Nachwuchs der Elefanten hat sich die Kinderstube vergrößert und damit auch die Überlebenschancen des gesamten Bestandes“, sagt WWF-Artenschutzexperte Stefan Ziegler.    

 

Doch die Gefahr für die Elefanten und die gesamte Tesso Nilo-Region ist noch nicht gebannt. „Tesso Nilo wird auch weiterhin durch illegalen Holzeinschlag bedroht. Der WWF fordert daher von der indonesischen Regierung weitere Anstrengungen, den illegalen Raubbau zu bekämpfen und zugleich das Schutzgebiet tatsächlich auch auf die seit langem geforderten 100.000 Hektar zu vergrößern. Dies hat die indonesische Regierung zwar bereits angekündigt, allerdings wurden für die fehlenden Hektar Wald bereits Konzessionen an große Holzfirmen erteilt. Diese müssen nun auf formalem Weg wieder zurückgegeben werden.  

 

Der WWF ist in Tesso Nilo seit 1999 aktiv und fordert seit langem, ganz Tesso Nilo zum Nationalpark zu erklären. 2004 wurde zunächst eine Fläche von 38.000 Hektar unter Schutz gestellt. „Bevor Umweltschützer sich hier engagierten, machten Holzfirmen, Palmölproduzenten und Papierfabriken dort schlichtweg, was sie wollten. Wenn wir nicht gehandelt hätten, wäre der Tieflandregenwald unwiederbringlich verloren gewesen. Die Ausweitung des Nationalparks ist ein neues Hoffnungszeichen, dass Tesso Nilo gerettet werden kann“, erklärt Nina Griesshammer abschließend.

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