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Grünes Licht für ambitionierte Fischereireform

06. September 2010

WWF und Marktteilnehmer sichern EU-Kommissarin Damanaki Unterstützung zu

 

Hamburg - Die weltweit größte Umweltschutzorganisation WWF, Deutschlands führender Lebensmittelhändler EDEKA sowie Deutschlands größte Kutterfischerei aus Cuxhaven trafen heute die EU-Fischereikommissarin Maria Damanaki in Hamburg. Anlässlich ihres ersten Deutschlandbesuches bestärken die Gesprächspartner die Kommissarin in ihren Bemühungen um eine zukunftssichernde Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP).  

 

Während des Treffens erklärte Frau Damanaki: „Ich will, dass es den Fischbeständen in fünf Jahren besser geht als zu Beginn meiner Amtszeit. Dafür müssen wissenschaftliche Empfehlungen zum Kernpunkt der Entscheidungsprozesse werden. Es freut mich, dass man sich auch Deutschland mit vereinten Kräften für eine Reform einsetzt, die ein verantwortungsvolles Management im Blick hat. Der derzeitige Trend in der globalen Überfischung und Ressourcenverschwendung muss gestoppt werden. Eine nachhaltige und profitable Fischerei ist unser Ziel.“  

 

Kommissarin Damanaki steht vor der Aufgabe, bis 2012 eine Fischereireform zu entwickeln, die ambitionierte Schutzziele verfolgt und gleichzeitig auch von den Mitgliedstaaten getragen wird. Politische Schwächen und offensichtliche Mängel wie in der gegenwärtigen GFP lassen sich nur ein Mal in zehn Jahren beseitigen. Heute gelten 72 Prozent der Fischbestände als überfischt und die wirtschaftiche Situation der Fischerei ist kritisch.    

 

„In den letzten 25 Jahren ist die EU mit ihrem Versuch gescheitert, ihre Fischerei nachhaltig zu gestalten. Dieses Mal brauchen wir den großen Wurf, der langfristig tragfähige Lösungen bringt. Denn noch immer werden Millionen Tonnen Fisch verschwendet und zerstörerische Fangmethoden sind weiter an der Tagesordnung“ sagte Heike Vesper, Leiterin des Meeresprogramms des WWF Deutschland.  

 

WWF, EDEKA und Kutterfisch begrüßten den Plan der Kommissarin, das kurzsichtige Gezerre um den Fisch endlich zu beenden und forderten gemeinsam, für alle EU-Fischereien langfristige Managementpläne bis zum Jahr 2015 zu erstellen. Die Umstellung auf eine zukunftsfähige, nachhaltige und profitable Fischerei in Europa sei nicht leicht, aber möglich. Die Allianz tritt zudem für mehr Entscheidungskompetenz in den Regionen ein. Jörg Petersen, Geschäftsführer der Kutterfisch-Zentrale GmbH, sagte: „Auf regionaler Ebene müssen die Akteure mehr Einfluss erhalten. Fischer müssen an der Entwicklung und der Umsetzung von langfristigen Managementplänen beteiligt werden. Nur so bekommen Fisch und Fischer die langfristige Perspektive, die beide verdienen.“    

 

Michaela Fischer-Zernin, Leiterin EDEKA-Unternehmenskommunikation/Public Affairs, ergänzte: „Wir wollen eine Reform, die uns langfristig nachhaltigen Fisch aus verlässlichen Quellen sichert. Davon werden die gesamte Wertschöpfungskette und die Meere profitieren. Wir stimmen mit der Fischereikommissarin und dem WWF überein: Der Zeitpunkt für die Wende in der Fischereipolitik ist jetzt gekommen.“

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