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Gut gebrüllt, Tiger!

30. Oktober 2009

Tigerschutz-Konferenz in Nepal geht mit eindringlichem Appell zu Ende. / WWF: Letzte Chance für die Großkatzen

 

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Mehr als 250 Experten, Wissenschaftler, Vertreter der Weltbank und Regierungsdelegationen aus den dreizehn asiatischen Staaten, in der Tiger bis heute überlebt haben, haben im nepalesischen Kathmandu beraten, wie ein Aussterben der Art verhindert werden kann. In einer gemeinsamen Abschlusserklärung  fordern die Teilnehmer unverzügliche und international koordinierte Maßnahme zum Schutz des Tigers und einen entschiedenen Kampf gegen die Wilderei. Der WWF zeigte sich zufriedenen mit den Beschlüssen von Kathmandu, mahnte jedoch an, dass dieser ersten Absichtserklärung nun schnellstmöglich weitere konkrete Schritte folgen müssten. Die Umweltschutzorganisation warnte eindringlich vor einem Aussterben der gestreiften Großkatzen – noch innerhalb der nächsten Jahrzehnte. Weltweit gäbe es nur noch rund 3200 frei lebende Tiger. Doch auch diese letzten Restpopulationen seien durch Lebensraumverlust und Wilderei gefährdet, so der WWF.

 

„Es ist höchst erfreulich, dass sich alle dreizehn Tiger-Verbreitungsstaaten darauf verständigt haben, gemeinsam ein Aussterben der Art zu verhindern“, sagt Volker Homes, Leiter Artenschutz beim WWF Deutschland. Um dieses Ziel zu erreichen brauche es jedoch auch die Unterstützung der weltweiten Staatengemeinschaft. Mit dem Überleben des Tigers sei das Schicksal zahlreicher, einzigartiger Lebensräume in ganz Asien eng verbunden – von den Wäldern des Russischen Fernen Ostens am Amur über subtropische Sümpfe in Indien bis hin zum Regenwald auf Sumatra. Hoch erfreut zeigte sich der WWF über die Erklärung Nepals, den Bardia Nationalpark, und damit ein entscheidendes Tiger-Habitat, um 900 Quadratkilometer auszuweiten. „Diese konkrete Maßnahme zeigt, dass es der nepalesischen Regierung ernst ist mit den Schutzbemühungen. Wir hoffen, dass die anderen Tiger-Staaten mit ähnlich konkreten Zusagen in naher Zukunft diesem Beispiel folgen werden“, so WWF-Experte Homes. Das Schicksal des Tigers sei an einem Wendepunkt angelangt: „Wenn wir jetzt nicht handeln, wird diese Arte innerhalb von kürzester Zeit unwiederbringliche aus der Natur verschwunden sein.“

 

Die Umweltschutzorganisation hofft in ihren Bemühungen auf das anstehende „Jahr des Tigers“, das nach dem chinesischen Kalender am 14. Februar 2010 beginnt. Im Laufe der kommenden zwölf Monate stehen zahlreiche internationale Konferenzen und politische Entscheidungen an, die über das Schicksal des Tigers bestimmen werden. „Wenn Regierungen, Weltbank und Umweltgruppen jetzt gemeinsam und entschlossen handeln, könnte es uns nicht nur gelingen den Tiger vor dem Aussterben zu bewahren, sondern seine Bestandszahlen bis zum nächsten Jahr des Tigers im Jahr 2022 sogar zu verdoppeln“, glaubt Volker Homes. Nach dem Treffen in Kathmandu sei er hinsichtlich dieses ambitionierten Ziels optimistischer.

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