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Häufigere Hitzewellen sind hausgemacht

20. Juli 2006

 

Frankfurt, 20. Juli 2006: Wie in vielen Jahren zuvor wird Europa auch in diesem Sommer von einer ex-tremen Hitzewelle geplagt: Wasserknappheit, Dürren und zum Teil verheerende Waldbrände - das sind die erschreckenden Nachrichten aus Süd- und Mitteleuropa. Die Mehrheit aller renommierten Wetter- und Klimaexperten ist sich einig, dass die Temperaturen erneut außergewöhnlich hoch sind und deutlich über dem langjährigen Mittel liegen. Auch die Klimaschützer des WWF, darunter Matthias Kopp, Energie- und Klimareferent, sind besorgt: 'Acht der zehn wärmsten Jahre seit den Wetteraufzeichnungen liegen in dem Zeitraum von 1996 bis heute. Das ist kein Zufall, sondern Teil des vom Menschen verursachten Klima-wandels, in dem wir uns wegen des weltweit hohen Kohlendioxidausstoßes befinden.' Eine WWF-Studie von 2005 belegt, dass die Temperaturen in 13 von 16 untersuchten europäischen Hauptstädten seit 1970 um mehr als ein Grad Celsius angestiegen sind - in Berlin sogar um 1,2 Grad.

 

 

 

Kopp fordert die Europäische Kommission erneut dazu auf, den ihr seit Ende Juni vorliegenden deutschen Nationalen Allokationsplan (NAP) abzulehnen. 'Die Kommission muss die unzureichenden und schwachen Pläne einzelner EU-Länder eindeutig zurückweisen. Die Weichen für die nachhaltige Senkung des Kohlendioxidausstoßes in Europa müssen jetzt gestellt werden', unterstreicht Kopp. Dies gelingt nach Ansicht des WWF nur, wenn die Emissionen stärker begrenzt und nötige Anreize für eine nachhaltige Struktur der Energieversorgung geschaffen werden. Die Emissionshandelssektoren müssen klarer als bisher in die Pflicht genommen werden, damit sie statt auf fossile Energieträger wie Kohle verstärkt auf kohlendioxidarme und regenerative Quellen setzen. Die Unternehmen seien für fast die Hälfte des Kohlen-dioxids in Deutschland verantwortlich. Allerdings müssten sie nur zehn Prozent der Verringerung übernehmen, die zur Erreichung des deutschen Kioto-Ziels noch fehlt. So hat es die Bundesregierung gerade in ihrem Nationalen Allokationsplan vorgeschlagen, der nun bei der Europäischen Union zur Prüfung vorliegt. Matthias Kopp: 'Deutschland entlässt die Hauptemittenten aus der Verantwortung und wälzt den Großteil der Lasten auf den Steuerzahler und in die Zukunft ab.'

 

 

 

Nach Angaben des deutschen Wetterdienstes wird die Hitzewelle noch bis weit in die nächste Woche an-halten. Der WWF befürchtet, dass man sich in den nächsten Tagen auf Flächenbrände in den Wäldern Südeuropas und in den brandgefährdeten Regionen Deutschlands, wie zum Beispiel in Teilen Branden-burgs, einstellen muss. Da fast alle Waldbrände auf menschliches Verhalten zurückzuführen sind, bittet der WWF gerade jetzt zur Ferienzeit um besondere Aufmerksamkeit und Vorsicht - egal ob zuhause oder am Urlaubsziel: Bei hochsommerlichen Temperaturen und extremer Trockenheit können Lagerfeuer sowie weggeworfene Zigarettenstummel sehr schnell zu katastrophalen Feuersbrünsten führen. Diesen fallen jedes Jahr nicht nur riesige Waldflächen, sondern auch Menschenleben zum Opfer.

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