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Hafenentwicklungsplan braucht Umweltnachhilfe

30. Oktober 2011

Umweltverbände: Hamburger Hafen muss umweltfreundlicher werden

 

Hamburg - Anlässlich des für den 31. Oktober 2011 geplanten Hafengipfels, zu dem der Wirtschafts­senator Horch eingeladen hat, legen die Umweltverbände BUND, NABU und WWF ein gemeinsames Votum zum neuen Hafenentwicklungsplans vor. Die Umweltverbände begrüßen die Entwicklung zu einem neuen Dialog, fordern aber, dass der Hamburger Hafen umweltfreundlicher wird. Statt maßlos soll ihrer Ansicht nach der Hafen qualitativ wachsen. Auch solle sich der Hafen selbst finanzieren. Vom Senat fordern die Verbände, die Hafenentwicklungs­planung (HEP) einer strategischen Umweltprüfung zu unterziehen und ein Bündel von Umweltmaß­nahmen zu ergreifen, damit der Hamburger Hafen wegen seiner Innenstadtlage zum umweltfreundlichsten der großen Häfen in Nordeuropa wird.  

 

Ein Wachstum auf 25 Mio. Containereinheiten pro Jahr bis 2025 halten die Verbände für nicht verträglich, weder ökologisch noch im Sinne der gesamtstädtischen Entwicklung. Zumindest fordern die Umwelt­verbände unabhängige Gutachten zum Flächenverbrauch und zur Verkehrsentwicklung, auf deren Grundlage Hamburg unter Kenntnis der ökologischen und ökonomischen Kosten seine Wachstumsziele für den Hafen politisch beschließt.

 

Alexander Porschke, Vorsitzender des NABU Hamburg meint: „Hamburgs Hafen kann eine für Wirtschaft und Stadt zukunftsfähige Perspektive entwickeln, wenn er sich zu einem Qualitätshafen entwickelt, der auch auf die Bedürfnisse der Stadt und der Natur angemessen Rücksicht nimmt.“  

 

Manfred Braasch, Geschäftsführer des BUND Hamburg erklärt: "Die Einbindung der Umweltverbände bei der Erstellung des Hafenentwicklungsplanes ist durchaus zu begrüßen. Allerdings wurden manche Punkte nicht objektiv genug beleuchtet und auch die Wachstums­gläubigkeit der Hafenwirtschaft bislang nicht ernsthaft hinterfragt. Der Hafen liegt mitten in der Stadt, es ist nur eine Hafenentwicklung sinnvoll, die auf mehr Umweltschutz und weniger Belastungen durch Emissionen setzt." 

 

Nach Ansicht der Verbände ist die Entwicklung des Hamburger Hafens nicht isoliert zu betrachten. „Die Verantwortung des Hamburger Hafens hört nicht an der Landesgrenze auf“, verdeutlicht Uwe Johannsen, Naturschutzexperte beim WWF. „Hamburg muss endlich ernsthaft mit den anderen deutschen Nordseehäfen zusammenarbeiten. Nur so können künftige Entwicklungen nachhaltig und naturverträglich gestaltet und überdimensionierte Planungen vermieden werden.“  

 

Die Umweltverbände wollen ihr Votum auf dem Hafengipfel am 31. Oktober einbringen und beabsichtigen, der Umweltorientierung der Hafenentwicklung in Hamburg künftig noch mehr Aufmerksamkeit zu widmen. 

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