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Hamburgs Bürger wollen Welterbe

14. Januar 2008

Umfrage: 83 Prozent für Zustimmung des Senats zur Wattenmeer-Anmeldung

 

Hamburg - Eine überwältigende Mehrheit der Hamburger Bürgerinnen und Bürger will, dass der Senat dem Welterbe-Antrag für das Wattenmeer zustimmt. Dies ergab eine repräsentative Umfrage des Hamburger Marktforschungsinstituts IPSOS im Auftrag des WWF. Am Dienstag entscheidet die Landesregierung über ihre Haltung zum Welterbe-Antrag, der bereits von Niedersachsen, Schleswig-Holstein und den Niederlanden unterstützt wird. Ein Nein Hamburgs würde bedeuten, dass das Wattenmeer für lange Zeit – vermutlich sogar für immer – seine Chance auf den Welterbe-Titel einbüßt.  

 

„Auch die Bürger wollen das Welterbe Wattenmeer. Die Bedenkenträger stehen allein auf weiter Flur“, erklärte WWF-Geschäftsführer Eberhard Brandes. „Wir erwarten, dass der Senat dem Antrag zustimmt. Alles andere wäre eine umweltpolitische Bankrotterklärung.“ Das Umfrageergebnis zeige, wie hoch das Ansehen des Welterbe-Titels in der Hamburger Bevölkerung sei. 83,3 Prozent der Teilnehmer hatten auf die Frage „Sollte der Hamburger Senat, Ihrer Meinung nach, den Weltnaturerbe-Antrag für das Wattenmeer unterstützen?“ mit Ja geantwortet. Per Telefon wurden vom 10. bis 12. Januar 508 volljährige Hamburger Bürgerinnen und Bürger interviewt.  

 

Die Befürchtung der Hamburger Wirtschaftsbehörde, der Welterbe-Titel für das Wattenmeer ändere die Bedingungen für eine Genehmigung der Elbvertiefung, ist nach Ansicht des WWF unbegründet. Erstens sei die Planung eines Ausbaus der Elbe ausführlich im Welterbe-Antrag erwähnt. Zweitens lägen weder der Hamburger Hafen noch die Unterelbe im Welterbe-Gebiet. Drittens gelte für die Elbvertiefung das deutsche und europäische Naturschutzrecht – das Welterbe setze keine neuen rechtlichen Maßstäbe.  

 

Hintergrund zur Meinungsumfrage: Folgende Frage wurde vom IPSOS-Telefonstudio trend-test gestellt: „Kurz zum Hintergrund: Das Wattenmeer an der Nordseeküste gilt mit seinen großen Wattflächen, den Seehunden und den vielen Seevögeln als ein besonders wertvolles Naturgebiet - ähnlich wie der Grand Canyon oder die Galapagosinseln. Aus diesem Grund soll es eventuell den Titel "Weltnaturerbe" bekommen. Die Niederlande und Deutschland haben dafür seit langem einen gemeinsamen Antrag bei der UNESCO vorbereitet. Hierbei ist auch Hamburg mit seinem Nationalpark zwischen Cuxhaven und der Insel Neuwerk beteiligt. Kurz vor Ablauf der Bewerbungsfrist überlegt Hamburg, seine Unterstützung für den Welterbe-Antrag zurückzuziehen. Dann wäre aber ein Welterbe-Titel auch für das übrige Wattenmeer kaum noch erreichbar. Grund ist die Befürchtung des Hamburger Senats, dass der Welterbe-Titel eine Genehmigung der Elbvertiefung erschweren könnte. Die Befürworter des Welterbe-Antrags in den anderen Ländern sagen dagegen, dass der Welterbe-Titel  keinen Einfluss auf die Genehmigung der Elbvertiefung hätte. Sollte der Hamburger Senat, Ihrer Meinung nach, den Weltnaturerbe-Antrag für das Wattenmeer unterstützen?

 

Antworten:  83,3 % Ja  /  9,8 % Nein  /  6,9 % Keine Angabe/Weiß nicht

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