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Höchste Ehrung für den Schützer von Flüssen und Auen

09. Juli 2008

Prof. Dr. Emil Dister vom WWF-Auen-Institut an der Universität Karlsruhe erhielt am 8. Juli 2008 das Bundesverdienstkreuz am Bande

 

Der WWF Deutschland gratuliert seinem langjährigen Mitarbeiter Professor Emil Dister vom WWF-Auen-Institut an der Universität Karlsruhe: Der Naturschutzexperte wurde am Dienstagabend (8. Juli 2008) in der Badener Halle in Rastatt vom Minister für Ernährung und Ländlichen Raum Peter Hauk mit dem Verdienstkreuz am Bande geehrt. Dister (geboren 1949 in Herrnsheim bei Worms) erhielt die Auszeichnung für seinen jahrzehntelangen Einsatz für den Schutz von Flüssen und Auen in Deutschland und Europa sowie für sein Wirken in Forschung und Lehre.

 

Emil Dister war bereits ein von Wissenschaft und Politik gleichermaßen geschätzter Spezialist für die Ökologie von Auen- und Flusslandschaften, als die großen „Jahrhundertfluten“ an Oder und Elbe noch in ferner Zukunft lagen: Seit den frühen 1980er Jahren setzte sich der Auen-Ökologe beim WWF Deutschland für den Schutz besonders sensibler Gebiete und gegen die weitere Verbauung von Flüssen ein.

 

Als Leiter des 1985 gegründeten WWF-Auen-Instituts in Rastatt kämpfte er in den vergangenen zwei Jahrzehnten gemeinsam mit einem etwa 10-köpfigen Team für die Renaturierung an Rhein, Loire, Elbe, Oder und Donau. Mit großem persönlichen Einsatz warb er bei Politikern auf Landes- und Bundesebene unermüdlich dafür „den Flüssen mehr Raum zu geben“. Besonders gefragt war seine Expertise bei den großen Hochwasserkatastrophen an Rhein (1993, 1995), Oder (1997) und Elbe (2002). „Als das Wasser in die Wohnstuben drang, wurde allen Menschen klar: Wer die Natur mit Füßen tritt, braucht verdammt hohe Gummistiefel“, erinnert sich Dister an die besonders aufregenden Zeiten seiner bisherigen Laufbahn. Heute zieht Dister ein weiterhin kritisches Resümee der Hochwasserpolitik: „Man ist heute vielleicht eher sensibilisiert für die verheerenden Folgen der jahrhundertelangen verkehrten Flusspolitik, aber immer noch wird in Deutschland und Europa viel zuwenig Geld in die Renaturierung von Flüssen und Auen investiert.“ Seit 2004 ist das WWF-Auen-Institut an der Universität Karlsruhe angesiedelt. Weiterhin von Rastatt aus arbeitet Emil Dister mit seinen Mitstreitern an konkreten Projekten in Deutschland, Österreich, Ungarn, Rumänien und Frankreich zur Entwicklung der großen Flüsse und ihrer Auen.

 

Emil Dister ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Vor ihm konnte bislang erst ein weiterer WWF’ler das Bundesverdienstkreuz in Empfang nehmen: Im Dezember 2006 war der langjährige ehemalige WWF-Präsident Carl-Albrecht von Treuenfels für sein Naturschutzengagement ausgezeichnet worden.

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