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Hoffnung für gefährdete Heilpflanzen

09. Oktober 2008

Kooperation mit FairWild: Nachhaltigkeitsstandard für Wildsammlung von Heilpflanzen

 

Im Rahmen des derzeit in Barcelona stattfindenden Kongresses der Weltnaturschutzunion (IUCN) wurde heute die Kooperation des Internationalen Standards für die Nachhaltige Wildsammlung von Heil- und Aromapflanzen (ISSC-MAP) mit der Stiftung FairWild vereinbart. Dies eröffnet die Möglichkeit, die Verbraucher mithilfe eines Gütesiegels über die nachhaltige Wildsammlung eines Produkts zu informieren.  

 

Weltweit werden schätzungsweise mehr als 50.000 Pflanzenarten für Heilzwecke genutzt.  Zusammen mit Arten, die hauptsächlich wegen ihrer aromatischen Eigenschaften genutzt werden, sind Heilpflanzen als Ausgangsmaterial für die Kräuter-, Pharma-, Kosmetik- und Duftstoffindustrien von großer Bedeutung. Entwickelt wurde der neue Wildsammlungsstandard im Rahmen einer Zusammenarbeit des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), der IUCN-Heilpflanzenspezialistengruppe, WWF Deutschland und TRAFFIC. In der Entwicklung und Erprobungsphase wurde dabei eng mit Experten und Akteuren aus Industrieverbänden, Firmen, Zertifizierern und Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit aus Herkunfts- und Exportländern zusammengearbeitet.  

 

“Diese Vereinbarung  ist ein wichtiger Schritt hin zur nachhaltigen Nutzung von Heil- und Aromapflanzen. Wenn sich die Industrie unseren Standard zu Eigen macht, leistet sie damit einen Erfolg versprechenden Beitrag zur Bewahrung natürlicher Heilkräfte und für gerechte Zugangs- und Nutzungsrechte der beteiligten lokalen Bevölkerung. Mit der heutigen Unterzeichnung wird das weltweite Gesundheitssystem gestärkt”, erklärte IUCN-Generaldirektorin Julia Marton-Lefèvre.  

 

“Die erfolgreiche Anwendung nachhaltiger Wildsammlung nach ISSC-MAP-Prinzipien unterstützt nicht nur die Erhaltung von Heilpflanzenbeständen in der Natur; sie trägt auch zur sozialen und ökonomischen Nachhaltigkeit bei. Deutschland als einer der weltweit größten Importeure von Heilpflanzen hat in diesem Bereich eine besondere Verantwortung“, bekräftigt Professor Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz.  

 

„Das Aussterben wichtiger Heilpflanzen wäre ein sozialer, medizinischer und nicht zuletzt auch ökonomischer GAU. Der neue Standard ist daher nicht nur ein Gewinn für die Biodiversität. Er dient vielmehr auch der globalen Gesundheitsvorsorge, sowie den weltweit beteiligten Industrien und Pflanzensammlern, besonders in den Entwicklungsländern“, sagt Guillermo Castilleja, Naturschutzdirektor von WWF International.  

 

Und Steven Broad, Geschäftsführer von TRAFFIC ergänzt abschließend: „Die Übernutzung von wild wachsenden Heil- und Aromapflanzen ist ein ernstzunehmendes Problem, das leider viel zu häufig ignoriert wird. Das heute unterzeichnete Abkommen kann nur ein Anfang sein. Mittelfristig muss der neue Nachhaltigkeitsstandard zur Norm auf diesem Wirtschaftsgebiet werden.“ 

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