Die Muster der Erde
Das große Ganze erkennen – mit einem Fototaschenbuch von Bernhard Edmaier
Die Luftbilder Bernhard Edmaiers sind nicht nur faszinierend schön, sondern oft zugleich verblüffend oder rätselhaft. Was auf den ersten Blick im wahrsten Wortsinn versteinert aussieht, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als erstarrte Lebenszeichen. Alle Muster sind Zeugen von Bewegung – allerdings ausgelöst von keinem Lebewesen, sondern von Mutter Erde selbst. Lava, Stürme, Feuer, Fluten, Gletscher und Erosion: Sie alle modellieren, hobeln und schleifen an unserem Planeten – oft unendlich langsam, mitunter erschreckend plötzlich.
Viele dieser Strukturen sind sehr groß. Erst aus Edmaiers erhöhter Erdensicht verstehen wir Kreise, Linien, Wirbel, Netze, Bögen und Risse als großes Ganzes. Und nebeneinander gestellt erkennen wir auf den Bildern verblüffende Ähnlichkeiten – zwischen Eis, Wasser und Sand genauso wie zwischen Eishügeln, Kratern und Korallenriffen.
Es sind die immer währenden geologischen Kräfte, die diese oft ähnlichen Strukturen unseres Planeten schaffen. Vegetation oder Tiere auf den Bildern sind, wenn überhaupt vorhanden, nur Garnierung – wie Schnittlauch auf den Salzkartoffeln.
Edmaiers Erdmuster kommen selbst in den relativ kleinen Abbildungen erstaunlich gut zur Geltung. Das praktische, etwas größere Taschenbuch ist aber nicht nur ein ästhetisches Bilderbuch für Naturbegeisterte.
Vielmehr lässt sich damit die eigene Wahrnehmung natürlicher Strukturen trainieren. Halten Sie einfach die Bilderläuterung zu und versuchen Sie zu erkennen, was Sie sehen: Eis? Fels? Aus großer Höhe? Oder nächster Nähe? Sollten Sie danebenliegen: Ein kleines geologisches Glossar ergänzt die kurzen Bilderklärungen.
Fazit: Ein famoser Bildband, mit dem sich die Erde entdecken lässt und der auch gut in den Rucksack passt.
Bey
Bernhard Edmaier
Die Muster der Erde
Phaidon Berlin, 2007, 240 S., geb., 23x13cm, ISBN-13: 978-0714897196, 19,95€


