Eine unbequeme Wahrheit
Mit diesem oscarprämierten Dokumentarfilm erklärte Al Gore einem breiten Publikum den Klimawandel – und erhielt für sein Engagement den Friedensnobelpreis

- Fast US-Präsident, dann Klima-Aufklärer, jetzt Friedensnobelpreisträger: Al Gore. © 2006 by Paramount Classics
Das Thema ist für einen Kinofilm ein harter Brocken: die Gefahren der Erderwärmung. Doch eigentlicher Hauptdarsteller des Dokumentarfilms „Eine unbequeme Wahrheit“ ist Al Gore, ehemaliger US-Vizepräsident. Er versteht es, nicht nur das Thema, sondern auch sich selbst in Szene zu setzen. „Hallo, ich bin Al Gore“, sagt er, als er – im Film – die Bühne betritt. „Ich war mal der nächste Präsident der Vereinigten Staaten.“ Und erntet Applaus.
Gore will aufklären über den „planetarischen Ernstfall“ – die Folgen der Klimaerwärmung. Über deren Ursachen und Konsequenzen hat er eine dramatische Präsentation entworfen. Erklärt den Zusammenhang zwischen CO2 in der Atmosphäre und den steigenden Temperaturen. Zeigt Dürren, Hochwasser und Wirbelstürme: Schreckensbilder zum Wachrütteln. Dazu gibt es Zahlen und Grafiken – gut gewürzt mit einer Portion Gore’schen Humors als leicht verdauliche Fakten.
Dazwischen etwas fürs Herz: Gore gibt großzügig den Blick frei auf Schicksalsschläge, Wendepunkte in seinem Leben. Mindestens einen davon kennen wir: 2000 trat Gore selbst als Spitzenkandidat der Demokraten an – und verlor unter umstrittenen Umständen gegen den Republikaner George W. Bush.
So erinnert auch der Film mit seiner Mischung aus Argumenten und Sentimentalität an einen Wahlkampf. Jedoch keine vorgezogene Kampagne für die US Wahlen 2008, wie Gore in Interviews betont. Er hat der Politik den Rücken gekehrt. Will die Bevölkerung vielmehr direkt ansprechen und überzeugen. Also doch ein Wahlkampf – bei dem es jedoch nicht um Kandidaten geht, sondern um unsere Zukunft.
Gores Film ist eine Kompakt-Vorlesung zum Thema Klimawandel – aus dem Munde eines charismatischen Dozenten.
In Amerika erregte Gore mit seinem Film viel Aufsehen – und erhielt im Februar 2007 dafür zwei Oscars. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel über „Eine unbequeme Wahrheit“: „In diesem Dokumentarfilm stellt der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore die Gefahren des Klimawandels und die Dringlichkeit des Handelns in allgemein verständlicher Weise dar. Der Film ist deshalb besser geeignet als viele wissenschaftliche Artikel und Fachkonferenzen, das Problem gezielt denjenige Menschen zu erklären, die keine Vorkenntnisse haben und die sich vielleicht noch nie mit diesem Thema befasst haben.“
Am 12. Oktober 2007 wurde Al Gore zusammen mit dem UN-Klimarat der Freidensnobelpreis zugesprochen. Der Chef des Nobelpreiskomitees, Ole Danbolt Mjoes, sagte bei der Bekanntgabe: "Wir möchten mit dieser Entscheidung die Aufmerksamkeit für dieses Thema erhöhen. Gores Einsatz hat den Kampf gegen den Kliamwandel gestärkt."
Offizielle Webseite des Filmes
