King Kong lebt

Menschenaffen sind bedroht, nicht bedrohlich

Gemeinsam mit den Produzenten des neuen King Kong-Films tritt der WWF für den Schutz der faszinierenden Menschenaffen in ihrem natürlichen Lebensraum ein. Der Überlebenskampf der Gorillas ist ähnlich dramatisch wie die Flucht des Filmaffen auf den Wolkenkratzer, nur nicht so publikumswirksam – und noch nicht verloren.

In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts stürzte er zum ersten Mal vom Dach des Empire State Buildings. Der Affe war tot und ein Mythos war geboren: King Kong. Totgesagte leben länger, und so folgten auf den ersten Film verschiedene Remakes der traurigen Geschichte vom großen Affen und seiner unglücklichen Liebe. „King Kong darf nicht sterben“, sagte sich auch Peter Jackson und ließ den berühmten Filmaffen wieder auferstehen.

Am 14. Dezember 2005 kam das neue Opus des Regisseurs vom „Herrn der Ringe“ weltweit in die Kinos. Die Story ist die alte, aufgepeppt durch spektakuläre Filmtricks, die rund 200 Millionen Dollar verschlangen. Gänsehaut ist garantiert, wenn der neun Meter große Trickaffe von Skull Island, der in monatelanger Tüftelarbeit am PC entstand, New York in Angst versetzt.

Noch gruseliger als der Phantasieschocker aus dem Regenwald ist allerdings die wahre Geschichte von King Kongs wilden Verwandten. Als der Originalfilm 1933 gedreht wurde, lebten in den Regenwäldern Zentralafrikas vermutlich noch mehrere hunderttausend der scheuen Menschenaffen. Viele davon landeten als so genanntes Buschfleisch im Kochtopf. Die Wilderei hat die Silberrücken und ihre Familien drastisch dezimiert. Hält das Töten an, könnten sie in 15 Jahren aus der Wildnis verschwunden sein.

Schon heute gibt es nur noch erschreckend wenige Tiere: Von den bis zu 275 Kilo schweren Berggorillas etwa haben es nur 700 ins 21. Jahrhundert geschafft. Die seltenste Unterart, die Cross River-Gorillas aus den Bergwäldern Kameruns und Nigerias, bringt es auf nicht einmal mehr 200 Exemplare.

Die verbliebenen Gorillas müssen mit immer weniger Lebensraum auskommen. Ihre Heimat wird gerodet und von Straßen, Siedlungen und Bergbau durchkreuzt. Der Mensch rückt ihnen immer näher. Neben Sägen und Bebauungsplänen hat er auch Krankheiten wie Masern, Tuberkulose oder Mumps im Gepäck. Experten fürchten, dass diese auf die Affen überspringen und für die Tiere tödlich sein könnten.

Ein Hoffnungsschimmer kommt aus Goma in Zentralafrika: Dort haben Mitte Oktober 2005 Minister der Demokratischen Republik Kongo, Ruandas und Ugandas eine Erklärung zum gemeinsamen Schutz der Berggorillas im Dreiländereck unterzeichnet.

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