"Am liebsten würde ich Daktari spielen"

- Bruno Eyron, das Orang-Utan-Jungtier "Harapan" und dessen Mutter haben viel Spaß beim Verspeisen von Bananen. © WWF / Sabine Vielmo
TV-Star Bruno Eyron setzt sich mit dem WWF für den Schutz der Menschenaffen ein. Seinen Antrittsbesuch als prominenter WWF-Unterstützer machte der Schauspieler im Tierpark Hagenbeck. Dort aß er mit dem Orang-Utan-Jungtier "Harapan" und dessen Mutter Bananen und sprach mit uns über seine Verbindung zur Natur und die Sysiphusarbeit eines Mistkäfers. Zuletzt war Bruno Eyron in der Krimireihe SOKO Wien zu sehen und moderiert auf RTL II "Ripley’s unglaubliche Welt".
WWF: Herr Eyron, warum engagieren Sie sich für den WWF?
Eyron: Artenschutz ist mir ein wichtiges Anliegen. Den Ausschlag für die Unterstützung des WWF hat eine Begegnung bei einer WWF-Benefizveranstaltungen gegeben. Das war zu einem Zeitpunkt, als ich darüber nachgedacht habe, mich stärker für den Schutz der Natur zu engagieren.
WWF: Woher kommt Ihr Interesse am Artenschutz?
Eyron: Das ist mir in die Wiege gelegt worden. Ich bin auf einem Bauernhof mit Tieren aufgewachsen. Artenschutz ist für mich selbstverständlich, da muss ich gar nicht drüber nachdenken.
WWF: Sie verbringen viel Zeit mit Tieren und in der Natur. Was war Ihr eindruckvollstes Naturerlebnis?
Eyron: Das ereignete sich während meines letzten Urlaubes im südafrikanischen Krüger-Nationalpark. Die Hauptrolle dabei spielte ein Mistkäfer, der vergeblich versuchte, einen großen Dungballen über ein Hindernis zu rollen. Das machen dort die Mistkäfermännchen. Und die Weibchen legen dann an geeigneter Stelle Eier hinein. Das Weibchen dieses Mistkäfermännchens jedoch saß auf dem Dungballen und rührte sich nicht. Auch nicht, als nach 20 Minuten - so lange habe ich den Mistkäfer fasziniert beobachtet - der Käfer so weit war wie am Anfang. Das war so mit das Beste, was ich in der letzten Zeit gesehen habe.
WWF: Aber Giraffe, Löwe und Co. haben Sie auch gesehen?
Eyron: Ja. Ich habe alles gesehen, was es dort in freier Wildbahn gibt.
WWF: Kürzlich hatten Sie eine Begegnung der besonderen Art, als Sie im Tierpark Hagenbeck für den WWF zu den Orang-Utans in die Anlage gestiegen sind. Hatten Sie vorher schon mal Menschenaffen hautnah erleben können?
Eyron: Nein. das war das erste Mal - und es war ein echtes Geschenk.
WWF: Wie war es?
Eyron: Ich habe den Verwandtschaftsgrad zwischen uns Menschen und den Orang-Utans ganz deutlich gespürt. Die Begegnung mit Harapan und seiner Mutter war ähnlich einer Begegnung mit Menschen. Da ist sehr viel über Energien abgelaufen. Es war herrlich. Ganz sanfte Wesen diese Affen.
WWF: Wir hatten befürchtet, dass die Affenmutter Sie als Mann als Bedrohung empfinden könnte. Aber glücklicherweise kam es anders.
Eyron: Ich habe überhaupt keine Scheu vor den Tieren und ich weiß, wie ich mit ihnen umzugehen habe. Das merken die Tiere. Man muss zurückhaltend und doch bestimmt sein. Hätte ich zwei Stunden länger in der Anlage gehabt, dann wäre ich wahrscheinlich mit den Orang-Utans auf die Bäume geklettert...
WWF: Hatten Sie keine Angst?
Eyron: Nein. Angst hatte ich keine. Das Schlimmste, worauf ich mich eingestellt hatte, war angepinkelt zu werden ...
WWF: Was ist Ihrer Meinung nach das dringendste Umweltproblem unserer Zeit?
Eyron: Dass wir Erdöl, diese hoch komprimierte Form einer Energiequelle, für Bewegung verschwenden. Öl ist so wertvoll-das sollten wir weder für Energie noch für Bewegung vergeuden. Es ist nicht wieder herzustellen und in anderen Einsatzgebieten - wie etwa der Pharmazie oder auch in der Computerherstellung - einfach zu wichtig. Hinzu kommt natürlich der negative Einfluss auf das Klima, wenn wir Öl oder auch Kohle verbrennen.
WWF: Sie sind als TV-Kommissar bekannt geworden. Haben Sie schon mal in einem Umweltkrimi gespielt?
Eyron: Nein, aber ich habe gerade mit meinem Partner ein Skript zu einem Umweltkrimi fertig gestellt. Aber noch lieber als einen Umweltkrimi würde ich Daktari spielen - den Tierarzt, der in Afrika eine Buschstation gegründet hat, in der er kranke Tiere versorgt.Die Fragen stelle Nina Haase, WWF


