Interview mit Candice Night und Ritchie Blackmore

© A.S.S Concert Promotion GmbH
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Welches Tier fasziniert Sie am meisten – und warum?
Ich muss ganz ehrlich sein und sagen, dass sie mich alle aus unterschiedlichen Gründen faszinieren. Ich habe mich schon immer zu Tieren hingezogen gefühlt, und zwar zu allen Tierarten. Ich habe eine unglaubliche, unerklärliche Beziehung zu ihnen. Meine Katzen und ich haben diese erstaunliche psychische Beziehung, ich brauche nur an sie zu denken und sie kommen zu mir. Tiere strahlen die Spiritualität einer anderen Welt aus. Ich glaube, dass sie viel weiter entwickelt sind als Menschen, die sich meist von Habgier, Eifersucht und Geld leiten lassen. In meinem Garten hier auf Long Island habe ich das Glück, Rehe, Opposums, Waschbären, Streifenhörnchen, Murmeltiere, Schildkröten, Füchse, Eichhörnchen, Schwäne, Eulen und alle möglichen Arten von Vögeln zu haben – und das nur in meinem Garten! Sie erinnern einen ständig an die natürlichen Elemente – an die einfache Unschuld, aber doch den Instinkt zum Überleben - und an das, was wirklich zählt. Es geht nicht darum, wer ein größeres Haus oder ein schnelleres Auto besitzt. Wir können so viel von den Tieren lernen. Wenn wir sie beobachten, sie respektieren und uns aus sicherer Entfernung an ihnen erfreuen. Jedes Tier, mit dem ich in Kontakt komme, fasziniert mich. Aber ich habe auch ein unglaubliches Gefühl von Ruhe und Nähe und fühle mich geerdet, wenn ich in ihrer Nähe bin. Ich bin ganz verzaubert, wenn ich die Kolibris sehe, die meine Blumen umschweben und ich bin traurig, aber doch voller Hoffnung, wenn ich in die Tierheime und Pflegestellen vor Ort und in der ganzen Welt besuche.

Was mir das Herz bricht ist, dass alle Tiere, über die ich etwas lese, einen gemeinsamen Feind haben, und das ist der Mensch. Der Mensch scheint in dieser Hinsicht ein Widerspruch in sich zu sein. Ich wünsche mir, dass mehr Menschen, das, was die Natur und die Tiere uns lehren können, akzeptieren und schätzen lernen. Das ist einer der Gründe, warum der WWF so wichtig ist. Er führt eine Untersuchung der verschiedenen Regionen weltweit durch und beurteilt, inwieweit die Tiere dort Schutz und Hilfe brauchen. Von der Zerstörung sind ja nicht nur die Tierarten an sich betroffen, sondern auch die Umgebung, in der sie leben, und wenn ihnen niemand hilft, ist ihr Überleben gefährdet, wenn niemand wirklich etwas tut. Der WWF kümmert sich darum und beeinflusst so nicht nur die Zukunft der Tiere, sondern auch die Zukunft unseres ganzen Planeten - und das nützt uns allen. Es gibt viel zu tun, viel Zerstörung muss gestoppt und hoffentlich wieder rückgängig gemacht werden, aber ich habe ein besseres Gefühl, weil ich weiß, dass der WWF genau an diesen Problemen arbeitet.

Welche Erfahrung in der Natur war für Sie am beeindruckendsten?
Ich mache jeden Tag beeindruckende Erfahrungen in der Natur. Ich glaube es ist sehr wichtig, sich die Zeit zu nehmen und die einfache Magie, die die Natur uns jeden Tag bietet, zu genießen. Aber viele Menschen sind zu beschäftigt, um sie wahrzunehmen. Ein Sonnenuntergang, eine Wiese voller Leuchtkäfer, eine Sternschnuppe, den Wind in meinen Haaren zu spüren, all das weckt meine Lebensgeister wieder, wenn ich von dem Überlebenskampf, den wir tagtäglich führen müssen, müde werde. Wenn man die Natur mit der Verwunderung und dem Staunen eines Kindes betrachten kann, dann ist das ein unglaubliches Gefühl. Die ersten zarten Schneeflocken im Jahr oder zu beobachten, wie die grünen Blätter sich im Herbst golden und rot färben. Wir haben wirklich Zauberhaftes vor Augen.

Ich denke es ist wichtig, dass wir nie vergessen, nach oben zum Himmel zu schauen. Natürlich, wenn man vor dem Grand Canyon steht oder in einer Nacht Millionen von Sterne über der Wüste von Sedona betrachtet, dann ist das überwältigend und man weiß, wie klein der Mensch ist. Aber man muss nicht weit reisen, um beeindruckende Naturerfahrungen zu machen. Man braucht nur in den nächsten Wald, zur nächsten Wiese oder ans Meer zu gehen und in seine Umgebung eintauchen.

Warum unterstützen Sie den WWF?

Ich unterstütze den WWF schon seit vielen Jahren privat. Und ich freue mich wirklich, Einnahmen aus unseren Konzerten in Deutschland in diesem Jahr dem WWF zu spenden, um zu seinem unermüdlichen Engagement beizutragen. Der WWF ist eine tolle Organisation, die sich dafür einsetzt, unseren Wäldern, unseren Ozeanen und allen darin lebenden Arten zu helfen. Die Menschen haben der Erde schon viel Schaden zugefügt und tun es immer noch. Gemeinsam mit dem WWF können wir versuchen, einigen Schaden zu verhindern und auch die Auswirkungen von bereits entstandenen Umweltschäden umzukehren. Es nützt nichts, am Frühstückstisch zu sitzen und sich über den Zustand der Welt zu beklagen. Man muss rausgehen und etwas tun und zur Veränderung beitragen. Der WWF tut das weltweit und das mit erstaunlichen Ergebnissen. Es ist eine Ehre, mit einer so großartigen Organisation zusammenarbeiten zu dürfen.

Warum unterstützen Sie in diesem Jahr den Tigerwald auf Sumatra?
Als ich erfahren habe, dass nur noch 400 dieser unglaublichen Geschöpfe in der Wildnis Sumatras leben, war ich schockiert. Dieser majestätischen großen Katzen haben mich schon immer fasziniert – ihre Grazie und die Verspieltheit als Katzenbabys. Als ich mich weiter damit beschäftigte, habe ich gelernt, dass die Anzahl dieser Tiger, übrigens die kleinste Tigerart, schnell abnimmt, aufgrund von Entwaldung und der entsetzlichen Jagd. Da die Menschen dieses Verschwinden verursacht haben, liegt es auch an uns  auf Ihrer Seite zu kämpfen, um Ihnen zu helfen. Sumatra ist eines der letzten Hochburgen dieser wunderschönen Katzen. Wenn wir jetzt nicht einschreiten und helfen wird es ihnen genauso gehen wie ihren Verwandten in Java und Bali. Ich bin sehr stolz, dass es wieder möglich ist, gemeinsam mit dem WWF, Blackmore’s Night und unseren Fans ein dazu beizutragen, das Überleben dieser beeindruckenden Katzen zu sichern.