„Bären faszinieren mich seit meiner Kindheit“

Schauspieler Simon Verhoeven unterstützt das WWF-Schutzengel- Projekt zum Schutz der Braunbären in den Alpen

Schauspieler Simon Verhoeven anlässlich eines Drehtermins im Bärenpark Worbis © greenhouse prod. / Carola Lichtenberg
Schauspieler Simon Verhoeven anlässlich eines Drehtermins im Bärenpark Worbis © greenhouse prod. / Carola Lichtenberg

WWF: Simon, warum engagierst Du Dich für den WWF?

Verhoeven: Weil ich mich immer schon für Umwelt- und Tierschutz eingesetzt habe. Schon als Zwölfjähriger bin ich auf Demonstrationen gegangen und war ein Kind der 80er Jahre, als die Bewegung meines Erachtens auch so richtig angefangen hatte. Meine Eltern haben mich immer so erzogen, dass der Planet, auf dem wir leben, das größte Wunder ist und dass man ihn und seine Geschöpfe achten und schützen muss. Das ist ganz selbstverständlich für mich.  

WWF: Dann bist Du also dem WWF schon in Deiner Kindheit begegnet?
Verhoeven: Ja, ich kenne den WWF schon aus frühester Jugend. Das Logo und die Arbeit des WWF sind mir daher auch schon lange Zeit sehr vertraut.  

WWF: Warum liegt Dir unser Projekt zum Schutz der Braunbären in den Alpen besonders am Herzen?
Verhoeven: Bären faszinieren mich schon seit meiner Kindheit, sie sind wahnsinnig süße und spannende Tiere. Mir war die Möglichkeit gar nicht so bewusst, dass in Deutschland plötzlich ein Bär auftauchen könnte. Ebenso wenig, dass es in Italien, Slowenien und Österreich schon wieder eine Bärenpopulation gibt. Daher fand ich es auch unglaublich, als zum ersten Mal Bruno gesichtet wurde. Als ich davon hörte, habe ich so reagiert, wie vermutlich die meisten Menschen. Ich habe mich wahnsinnig gefreut und gar nicht daran gedacht, dass Brunos Erscheinen in eine Hetzjagd ausarten könnte. Eigentlich sollte die Rückkehr eines Braunbären doch ein Grund zur Freude sein. Daher war ich auch sehr schockiert, wie mit der Situation umgegangen wurde. Das kam mir sehr hilflos und sehr panisch vor, anstatt Bruno erst einmal als Geschenk oder Chance zu betrachten und einen neuen Anfang zu machen. Da ich aus München komme, habe ich das alles sehr nahe mitbekommen.  

WWF: Hast Du auch mitbekommen, dass sich der WWF aktiv für den Rettungseinsatz für Bruno engagiert hat?
Verhoeven: Ja, natürlich. Ich habe in den Medien verfolgt, dass der WWF tatkräftig vor Ort versucht hat, den Bären mit einer Bärenfalle aus den USA lebend zu fangen und auch, dass der WWF das finnische Team mit schwedischen Spürhunden bei der Spurensicherung aktiv unterstützt hat.  

WWF: Was war Dein eindrucksvollstes Naturerlebnis?
Verhoeven: Ich bin als Kind sehr oft mit meinen Eltern wandern gewesen. Meine Mutter geht wahnsinnig gerne in die Berge. Ich bin mit den Bergen sehr vertraut. Mit Freunden bin ich oft in einer Hütte, wo wir nichts anderes machen, als nur in der Natur zu sein und diese bewusst zu erleben. Wir machen Feuer selbst und einige Tierbegegnungen mit kleinen Wildtieren gab es dort auch schon, wie zum Beispiel mit Geißböcken, Gämsen, Rehen, Murmeltieren, Hasen und anderen.     

WWF: Du bist Schauspieler und Regisseur. Kannst Du Dir vorstellen, selbst einmal Regie für einen Umwelt-Film oder eine Umwelt-Serie zu führen?
Verhoeven: Ja, auf jeden Fall. Mich wundert es sowieso, dass dieses Thema so wenig behandelt wird. Ein geeignetes TV-Format, zum Beispiel darüber, wie aufregend das Leben sein kann, wenn man aktiv die Umwelt schützt, gibt es leider noch nicht. Das schreit eher nach einem großen Kinofilm.  

WWF: Wen siehst Du in der Verantwortung, die Natur zu schützen?
Verhoeven: Um ehrlich zu sein: Es ist jeder Einzelne. Das ist vielleicht eine unbequeme Antwort. Denn wenn man sich selbst ehrlich fragt, wird vermutlich fast jeder die Antwort geben, dass man selbst eben nicht genug tut oder man einfach nicht alle Initiativen ausübt, die man ausüben könnte. Da ist der Mensch letztendlich doch ein bisschen bequem. Ich selbst weiß das von mir auch. Jeder müsste diese große Verantwortung mittragen. Ich glaube aber, dass dies nur in Wellen gehen kann und dass es dafür auch eine große Bewegung geben wird. Aber ich glaube auch, dass das Bewusstsein dazu momentan leider einfach noch nicht ausreichend vorhanden ist.  

WWF: Simon, wir danken Dir ganz herzlich für das Gespräch und dafür, dass Du mit Deiner Unterstützung eine erste Welle in Gang gesetzt hast. Wir hoffen, dass Du als prominenter WWF-Schutzengel noch viele weitere Menschen für die Braunbären begeistern kannst.
Verhoeven: Ja, das hoffe ich natürlich auch und freue mich, das Schutzengel-Projekt zum Schutz der Braunbären in den Alpen unterstützen zu dürfen, damit die Braunbären auch in Deutschland wieder heimisch werden.   

Das Interview führte Kyra Schott, WWF Deutschland

WWF Bären-Schutzengel gesucht!

© WWF / P. Weimann
© WWF / P. Weimann

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