"Ich hoffe, meine Aktion motiviert Sie"

Steffen Liebetrau, Triathlet aus Ebringen bei Freiburg, startete am 21. Oktober 2007 beim Ironman-Wettkampf auf Hawaii – mit dem WWF-Panda auf der Brust

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Auch für den WWF in Hawaii am Start: Triathlet Steffen Liebetrau. © Horst Nilgen

WWF: Herr Liebetrau, am 21. Oktober 2007 starteten Sie beim spektakulären Ironman auf Hawaii. Auf Ihrem Trikot war das Pandasymbol des WWF zu sehen sein. Wann ist Ihre Idee entstanden, den WWF in dieser Form zu unterstützen?

Steffen Liebetrau: Schon häufiger habe ich von der Arbeit des WWF gehört und mir überlegt, wie ich mich wohl persönlich engagieren könnte. Diese Überlegung wurde dann während einer Bahnfahrt verstärkt: Als ich vor einem Jahr vom Ironman Hawaii zurückkehrte und mit dem Zug vom Frankfurter Flughafen heimfuhr, musste ich wegen der wackelig stehenden Radkiste auf dem Boden im Gang bei den Türen Platz nehmen, um die Radkiste zu sichern. Die gut zwei Stunden, die ich in dieser Position im ICE verbracht habe, schaute mich ein beeindruckender Tiger im Urwald direkt Auge in Auge an: An der Wand gegenüber war ein übergroßes Poster des WWF mit den Slogan: "3 Euro stoppen die Säge – retten Sie seine Heimat" angebracht.

WWF: Und was hat der Blick des Tigers in Ihnen ausgelöst?

Steffen Liebetrau: Zunächst einmal hat mich der Tiger selbst fasziniert. Wer so ein Tier näher betrachtet, muss einfach beeindruckt sein. So kam ich schnell ins Grübeln, was ich eigentlich für den Erhalt der (immer noch!) wunderschönen Umwelt tue, in der ich meist trainiere. Sicherlich steige ich häufiger auf mein Fahrrad als dass ich mich ins Auto setze. Auch versuche ich bei meinem Konsumverhalten auf langlebige Qualität von vernünftig produzierenden Unternehmen (soweit ich das beurteilen kann!) zu achten. Wo immer ich bin, ziehe ich auch den Kauf von lokalen Produkten oder von Produkten aus biologischer Landwirtschaft vor, viel mehr wollte mir aber leider nicht einfallen.

WWF: Das ist doch ein genau der richtige Weg, wenn sich jeder auf sein Konsumverhalten oder seine Mobilitätsform hin überprüft. Mit Ihrer Unterstützung des WWF erhoffen Sie sich aber mehr?

Liebetrau: Sicherlich ist das für jeden ein guter Anfang. Wenn man aber wirklich etwas verändern und Großes erreichen will, muss man einen Schritt weitergehen. Nun habe ich einige Erfahrung darin, dass man irgendwo im Kleinen, auch wenn dies anfangs lächerlich erscheinen mag, anfangen muss, einfach loslegen muss, um irgendwann etwas Großes zu erreichen. Und so wurde ich einen Tag nach meiner Bahnfahrt und dem Blickkontakt mit dem Tiger über die WWF-Website Mitglied beim WWF und unterstütze seitdem die Arbeit zum Schutz des Tigers im indonesischen Regenwald mit dem "Einsatz" von 3 Euro im Monat. Genauso wie ich vor elf Jahren in einem Mini-See in der Schweiz anfing zu versuchen, eine Runde durch den See (was 400 Metern entsprach) am Stück zu kraulen. Nun soll das Projekt wachsen, und so habe ich dem WWF vor dem medienträchtigen Ironman Hawaii einen Teil meiner Hauptwerbefläche auf meinem Renntrikot zur Verfügung gestellt, um für die Projekte zum Erhalt der Tier- und Umwelt zu werben.

WWF: Ihr Trikot mit dem Pandasymbol haben viele Menschen gesehen und wollten vielleicht ebenso wie Sie unsere Arbeit unterstützen. War das Ihr Ziel bei dieser Aktion?

Liebetrau: Ja, genau. Es geht mir ganz und gar nicht darum, dass mein Engagement nun toll klingen oder mich in ein positives Licht rücken soll. Es geht schlichtweg darum, meine Möglichkeiten zu nutzen, weitere Förderer für die unterschiedlichen, sehr guten Projekte des WWF zu gewinnen. Ich hoffe meine Aktion hat sie motiviert!

Können Sie sich vorstellen, dass Tiger oder Nashörner oder Gorillas aussterben werden? Ich konnte dies nicht wirklich, aber sie sind an vielen Orten knapp davor! Übrigens kann man auch schon, ohne das Logo in irgendeinem Rennbericht über den Ironman Hawaii auf meiner Brust zu sehen, direkt Mitglied beim WWF oder Pate für ein bestimmtes Projekt werden! Liebe Leser, ich würde mich freuen, wenn auch Sie den WWF bei seinen Aktivitäten tatkräftig unterstützen. Vielen Dank im Voraus!

WWF: Herr Liebetrau, wir danken Ihnen ganz herzlich für das Gespräch und drücken Ihnen fest die Daumen, dass Sie die Strapazen des Ironman Hawaii bestens überstehen.