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Island schärft die Harpunen

18. Oktober 2006

WWF verurteilt Islands Rückkehr zum kommerziellen Walfang

 

Frankfurt a. M., 18.10.2006: Der isländische Fischereiminister Einar Kristinn Gudfinnsson hat am Dienstag verkündet, den kommerziellen Walfang wieder aufzunehmen. Die ersten Fanglizenzen für die Jagd auf Zwergwale und die stark gefährdeten Finnwale werden bereits bearbeitet. Bis zum 31. August 2007 sollen neun Finnwale und 30 Zwergwale zum Abschuss frei gegeben werden.

 

„Die Entscheidung Islands ist ein Rechtsbruch gegen die Internationale Walfangkommission (IWC)“, sagt Volker Homes, WWF-Walexperte. „Mit der Entscheidung zu jagen, hat die isländische Regierung eine Grenze überschritten. Damit stellt sie nicht nur die Existenz der Walfangkommission in Frage, sondern macht auch die gemeinsamen Anstrengungen der Länder in den letzten 20 Jahren zunichte.“

 

Finnwale sind nach den Kriterien der Weltnaturschutzorganisation IUCN stark gefährdet. Ihr Bestand wurde durch den kommerziellen Walfang der vergangenen Jahrhunderte erheblich reduziert und bis heute ist ihre Anzahl außerhalb des Nordatlantiks weitgehend unbekannt.

 

In den letzten Jahren bot die Walbeobachtung, englisch Whale-Watching, eine wachsende Alternative. Immer mehr Touristen nehmen an den Beobachtungstouren teil und der finanzielle Umsatz steigt weltweit. Allein in Island wurden 2002 etwa acht Millionen US-Dollar von etwa 62.000 Walbeobachtern ausgegeben. Damit ist das Whale-Watching einer der am schnellsten wachsenden Tourismussektoren auf der Insel. Die Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs wird, nach Meinung des WWF, diesen wichtigen Teil der isländischen Wirtschaft nachhaltig schädigen.

 

„Die Walbestände haben sich noch nicht von den verheerenden Fangquoten der Vergangenheit erholt und die tödlichen Gefahren für Wale sind ohnehin in den vergangen Jahrzehnten weiter gewachsen: Beifang in riesigen Fischernetzen, Zusammenstösse mit Schiffen und der globale Klimawandel“, ergänzt Volker Homes.

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