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IWC ignoriert Erkenntnisse der Wissenschaft

19. Juni 2006

Herber Rückschlag für Walschutz

 

Frankfurt a. M., 19.06.2006: Die schlimmsten Befürchtungen des WWF haben sich bewahrheitet. Nach vier verlorenen Abstimmungen haben die Pro-Walfangnationen in der IWC zum ersten Mal seit fast drei Jahrzehnten die Mehrheit errungen. Auf der Karibikinsel St. Kitts und Nevis setzten sie mit 33 zu 32 Stimmen eine Deklaration zur 'Normalisierung der IWC' durch. Das nicht bindende Papier sieht eine Abkehr der IWC vom Walschutz vor und bezeichnet Walfang als eine Möglichkeit der Armutsbekämpfung. Außerdem werden Wale als Mitverursacher der Überfischung bezeichnet, da sie große Mengen Fisch fräßen. 'Das ist kompletter Unsinn und wissenschaftlich längst mehrfach widerlegt', ereifert sich WWF-Walexperte Volker Homes. 'Die Deklaration ist ein herber Rückschlag für den Walschutz und die Wissenschaft.'

 

 

 

Nach Ansicht des WWF wandelt sich die IWC zu einem rückständigen und intransparenten Club der Walfangländer. 'Die IWC-Mitglieder ignorieren die Erkenntnisse der Wissenschaft und votieren in aller Seelenruhe für das Ende des Walschutzes', kritisiert Homes. Zwar bleibe das kommerzielle Jagdverbot für Großwale erstmal bestehen, weil es nur mit einer Dreiviertelmehrheit gekippt werden könne. Aber die Deklaration zeige, welcher Geist in der IWC inzwischen vorherrsche. 'Die Welt schläft, während sich die Walfänger breit machen', so Homes.

 

 

 

In den letzten Jahren ist die Zahl der Jagd-Befürworter unter den insgesamt 70 IWC-Mitgliedsstaaten stetig gestiegen, von neun im Jahr 2000 auf inzwischen mindestens 33 Länder. 'Die Walfangnationen sind systematisch auf Stimmenfang gegangen', erklärt WWF-Experte Homes die rapide Zunahme. 'Japanische Regierungsvertreter haben eingeräumt, Entwicklungsländer mit Hilfsgeldern zu ködern, damit sie in die IWC eintreten und für die Interessen Japans stimmen. Viele dieser Staaten haben niemals Wale gejagt und auch nicht vor, dies zu tun.' Der WWF hat immer wieder gegen die Taktik des Stimmenkaufs protestiert und vor den Konsequenzen für den Walschutz gewarnt.

 

 

 

'Wir haben bis zuletzt gehofft und hinter den Kulissen alles getan, um die Delegationen für den Schutz der Wale zu gewinnen', sagt WWF-Experte Homes. 'Doch diesmal war das japanische Geld stärker als unsere Überzeugungskraft.' Aufgeben will der WWF keinesfalls: 'Wir kämpfen weiter für die Wale', sagt Homes, 'jetzt erst recht.'

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