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Ja zu Biosprit mit Umwelt-Zertifikat

08. Februar 2006

Produktion von alternativen Kraftstoffen muss Natur und Klima schonend sein

 

Frankfurt a. M., 08.02.2006-Der WWF fordert die Einführung eines verpflichtenden Umwelt-Zertifikats für Biokraftstoffe. 'Es ist eine gute Nachricht, dass die EU-Kommission Biosprit stärker fördern will', lobt WWF-Expertin Imke Lübbeke das aktuelle EU-Strategiepapier zu Bioethanol und Biodiesel. 'Jetzt müssen wir darauf achten, dass Biosprit auch umweltfreundlich gewonnen wird. Es macht keinen Sinn, für Kraftstoffe aus Raps und Zuckerrüben wichtige Naturschutzflächen oder den Boden- und Wasserschutz zu opfern.' Überdies müsse sicher sein, dass die Erzeugung und Verarbeitung klimafreundlich geschehe. 'Mit den richtigen Anbaumethoden und moderner Technologie ist das bereits möglich', so die WWF-Fachfrau.

 

 

 

Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil von Kraftstoffen aus Biomasse bis 2010 auf 5,75 Prozent zu steigern. Derzeit sind es europaweit 1,4 Prozent, in Deutschland liegt der Anteil mit zwei Prozent etwas höher. 'Deutschland ist ein wichtiger Schrittmacher', so Imke Lübbeke. 'Das wird sich noch verstärken, wenn, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, ab 2007 allen Kraftstoffen Biosprit beigemischt werden muss.' Gerade deshalb müsse aus WWF-Sicht ein unbürokratisches, aber sicheres Umwelt-Zertifikat eingeführt werden. 'Nur so können wir gewährleisten, dass Biokraftstoffe der Umwelt von der Produktion bis zur Verbrennung im Motor nutzen. Alles andere würden die Verbraucher nicht akzeptieren.'

 

 

 

Der WWF appelliert an die Bundesregierung, sich über die EU-Grenzen hinaus für die nachhaltige Gewinnung von Biokraftstoffen einzusetzen und hierzu einen breiten Konsultationsprozess in Gang zu setzen. 'Bei der Rapsproduktion stößt Deutschland mit derzeit 1,4 Millionen Hektar in absehbarer Zeit an seine Grenzen', sagt WWF-Expertin Lübbeke. 'Umso wichtiger ist es, über die Nutzung der vorhandenen Flächen und Standards für Importprodukte zu diskutieren. Wir müssen verhindern, dass weiterhin Regenwälder für Palmölplantagen, Soja- und Zuckerrohranbau abgeholzt werden.'

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