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Japan soll Elfenbein importieren dürfen

04. Juni 2007

Erste Entscheidung auf CITES-Vortreffen: Streng kontrollierter Handel von Elfenbein-Lagerbeständen nach Japan

 

Zur Weltartenschutzkonferenz CITES in Den Haag (3.-15. Juni):

 

Den Haag - Einen Tag vor der Eröffnung der 14. Weltartenschutzkonferenz CITES (Conference of the Convention on International Trade in Endangered Species) in Den Haag ist eine erste Entscheidung gefallen. Der Ständige Ausschuss, der vor Beginn der Konferenz tagt, hat beschlossen, dass Japan eine begrenzte Menge Elfenbein aus Namibia, Botswana und Südafrika importieren darf. Das registrierte Elfenbein stammt aus Regierungsbeständen und ausschließlich von Tieren, die eines natürlichen Todes gestorben sind oder geschossen werden mussten, etwa weil sie Menschen angegriffen haben. „Die Erlöse aus dem Verkauf dürfen allein für den Elefantenschutz verwendet werden“, erläutert WWF- und TRAFFIC-Experte Volker Homes. „Außerdem darf Japan das Elfenbein nicht weiter verkaufen.“  

 

Der so genannte Einmalverkauf war auf der 12. Weltartenschutzkonferenz im Jahre 2002 beschlossen worden und gilt ausschließlich für Elfenbein aus Botswana, Namibia und Südafrika. Interessierte Staaten konnten sich um den Import bewerben. Der Antrag von China wurde abgelehnt: „In China gibt es trotz einiger Verbesserungen immer noch illegalen Elfenbeinhandel, wie wir bei Untersuchungen zwischen Dezember 2006 und Januar 2007 herausgefunden haben“, sagt WWF- und TRAFFIC-Experte Homes. „Deshalb war die Entscheidung richtig, an China kein Elfenbein zu verkaufen.“  

 

Obwohl Japan alle CITES-Voraussetzungen für den Import erfüllt, raten WWF und TRAFFIC zur Vorsicht. „Wir wünschen uns einen sehr detaillierten Jahresbericht und strenge Kontrollen innerhalb Japans“, so Homes. „So können aufkeimende Probleme schnell erkannt und rasch bekämpft werden, zum Beispiel, falls plötzlich illegales Elfenbein in Japan auftaucht.“  

 

Von 1989 bis 1997 waren alle Elefantenpopulationen im CITES-Anhang I gelistet und durften deshalb nicht international gehandelt werden. Weil die Elefantenbestände in Staaten des südlichen Afrikas stark zunehmen und zugleich die Wilderei dort erfolgreich bekämpft wird, wurden die dortigen Elefantenpopulationen in Anhang II herabgestuft, der einen streng regulierten Handel erlaubt. Zugleich wurde jedoch mit dem Einmalverkauf eine Sonderregelung beschlossen, um zu verhindern, dass Elefanten für Elfenbein getötet werden dürfen.

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