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Kabelanbindung für Offshore-Windkraft: Kompromiss im Wattenmeer gefunden

09. November 2010

 

Kiel. Der Weg für die Kabelanbindung der künftigen Offfshore-Windparks durch das Schleswig-Holsteinische Wattenmeer ans Festland ist frei: Am 7. September hat die TenneT Offshore GmbH im Wege der Befreiung die naturschutzrechtliche Genehmigung zur Netzanbindung aller vor der Westküste Schleswig-Holsteins geplanten und vom Bund genehmigten Windparks durch das Wattenmeer und damit durch den Wattenmeer-Nationalpark erhalten. Umweltministerin Dr. Juliane Rumpf bewertete das als „entscheidenden Schritt nach vorn hin zur Realisierung der vor der schleswig-holsteinischen Westküste geplanten Windparks mit einer Nennleistung von 2.800 Megawatt. Es ist uns gelungen, den oft schwierigen Konflikt zwischen den Zielen des Klimaschutzes und den Anliegen des Naturschutzes aufzulösen“, sagte Frau Rumpf. „Das ist auch ein Ergebnis der guten Zusammenarbeit mit dem ehrenamtlichen Naturschutz, vertreten durch den Landesnaturschutzverband, die Schutzstation Wattenmeer und den WWF, sowie mit der TenneT Offshore GmbH als Antragstellerin“, erläuterte sie weiter.

 

Volkher Looft, Vorsitzender des Landesnaturschutzverbandes (LNV), zeigte sich erleichtert, dass es mit dem jetzt gefundenen außergerichtlichen Kompromiss möglich geworden ist, die Belastungen für den Nationalpark auf ein Minimum zu reduzieren, ohne dabei die Entwicklung der Offshore-Windkraft einzuschränken: „Die seit Jahren vom LNV geforderten ‚Steckdosen auf See’ werden nun Wirklichkeit. Statt der ursprünglich geplanten zwölf Kabelsysteme, die den Nationalpark auf zwei Trassen auch durch das Walschutzgebiet gequert hätten, wird der erzeugte Strom nun über höchstens vier Kabel auf einer bei Büsum an Land führende Trasse abgeleitet.“

 

Rainer Schulz erklärte für die Schutzstation Wattenmeer: „Der Nationalpark ist als Weltnaturerbe und europäisches NATURA 2000-Gebiet in seiner ökologischen Bedeutung weltweit einzigartig. Eingriffe dürfen dieses Gebiet nicht schädigen und müssen die Ausnahme bleiben.“

 

„Weniger Kabel und nur noch eine Trasse, das ist für den Nationalpark immer noch ein sehr schmerzlicher Eingriff, aber als Kompromiss für die Zukunft der Energieversorgung notwendig. Nun kommt es aber darauf an, dass mit jedem gebauten Kabel auch wirklich mehrere Windparks gebündelt werden, damit vier Wind-Kabel durch das schleswig-holsteinische Wattenmeer auf jeden Fall ausreichen,“ sagte Dr. Hans-Ulrich Rösner, Leiter des Wattenmeerbüros beim WWF.

 

Tim Meyerjürgens, Leiter Projektinitiierung Deutschland der TenneT Offshore GmbH, betonte, dass mit dieser Lösung nun auch die Weichen für die Umsetzung der anstehenden Projekte gestellt werden. „Wir sehen ganz klar, welche Dynamik die Offshore-Branche nach einem etwas schleppenden Start entwickelt. Mit dieser nun gemeinsam gefundenen Lösung können wir ganz konkret die Realisierung der Netzanschlüsse für die in den Startlöchern stehenden Offshore-Windparks in der östlichen Nordsee vorantreiben.“

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