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Keine Angst vor Meister Petz

14. Mai 2007

WWF-Umfrage: Knapp die Hälfte der Deutschen steht dem Braunbären positiv gegenüber

 

Zum 1. Jahrestag der Rückkehr des Braunbären nach Deutschland am 21. Mai 2007:

 

Frankfurt a. M. - Knapp die Hälfte (45 Prozent) der Bundesbürger findet, dass die Bären das Recht haben, wieder nach Deutschland zurückzukehren. Nur weniger als ein Drittel (31 Prozent) spricht sich dagegen aus. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen GfK-Umfrage von 1.000 Befragten im Auftrag des WWF. Vor allem in Bayern, dem Bundesland, in das Braunbär Bruno vor rund einem Jahr wieder einwanderte, ist die Zustimmung besonders hoch und liegt sogar bei 53 Prozent. „Diese Zahlen machen Mut“, betont Volker Homes, Artenschutzexperte beim WWF. „Deutschland kann ein Einwanderungsland für Bären sein, wenn die Akzeptanz in der Bevölkerung gegeben ist.“

 

Allerdings haben die Deutschen auch starke Bedenken, zum Beispiel, dass Deutschland zu dicht besiedelt sei und es keinen Platz mehr für Bären gebe. „Der Bär hatte hier einst seine Heimat und es gibt genügend Raum für die Rückkehrer,“ sagt Homes und fordert die zuständigen Behörden auf zu dokumentieren, welche Regionen „bärentauglich“ sind. Denn gerade dort muss die Akzeptanz für die Rückkehr von Meister Petz steigen.

 

Viele Befragte sprechen sich dafür aus, dass der Bär aufgrund der wirtschaftlichen Schäden, die er etwa durch Schafriss anrichten könnte, nicht mehr nach Deutschland zurückkehren solle. Mit dem jüngst in Bayern vorgestellten Bärenmanagementplan seien zumindest in Bayern Ausgleichszahlungen für solche Schäden geregelt, erklärt Homes. In Sachen Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit sieht der WWF jedoch noch Nachholbedarf und fordert vom bayerischen Umweltministerium konkrete Maßnahmen und die Nennung eines Budgetrahmens.

 

Der WWF begrüßt eine Rückkehr der Bären nach Deutschland ausdrücklich. „Akzeptanz ist hierbei das A und O: Wenn es in den Köpfen der Menschen für den Bären keinen Platz gibt, fruchten alle anderen Bemühungen nichts“, stellt Homes fest. Deshalb unterstützt der WWF die Aufklärungsarbeit z.B. durch eine Wanderausstellung über Braunbären. Vor rund einem Jahr ist mit Bruno der erste Braunbär seit 170 Jahren nach Deutschland eingewandert. Der WWF war sechs Wochen vor Ort, zunächst beobachtend, später mit einer Röhrenfalle im Einsatz und schließlich die Arbeit finnischer Bärenjäger unterstützend, um den Bären lebend zu fangen. Leider scheiterten alle Fangversuche, und Braunbär JJ1 alias Bruno wurde im Auftrag des bayerischen Umweltministeriums in der Nähe des Spitzingsees geschossen.

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