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Keine Chance für den Ostsee-Dorsch

25. Oktober 2006

WWF kritisiert EU-Fangquoten für 2007

 

Luxemburg/Hamburg, 25.10.2006: Die Entscheidung der EU-Fischereiminister über die Fangquoten für 2007 ist eine Katastrophe für den Dorsch in der Ostsee. Anstatt der Empfehlung der Wissenschaftler vom Internationalen Rat zur Erforschung der Meere (ICES) zu folgen, die einen Fangstopp für Dorsch in der östlichen Ostsee forderten, haben die Minister für 2007 lediglich eine Reduzierung der bisherigen Fangquote von 45.339 Tonnen um 10 Prozent beschlossen. Auch in der westlichern Ostsee wurde die bisherige Quote von 28.400 Tonnen nur um 6 Prozent gesenkt.  

 

"Kurzfristige wirtschaftliche Interessen sind die falsche Grundlage für Entscheidungen über die Zukunft unserer Fischbestände", kritisierte WWF-Fischereiexpertin Heike Vesper. "Die Dorschfischerei in der östlichen Ostsee muss sofort geschlossen werden und ein Rettungsplan eingesetzt werden." In einer kürzlich vorgestellten Studie hatte der WWF gezeigt, dass Sofortmaßnahmen für die Rettung der Dorschbestände beschlossen werden müssen. Dazu gehören die sofortige Beendung der Überfischung, die Verringerung der Überkapazität und ein nachhaltiges Fischereimanagement.

 

Jetzt droht dem Ostsee Dorsch das gleiche Schicksal wir dem Kabeljau in der Nordsee, der durch schlechtes Fischereimanagement bereits zusammengebrochen ist. Die Chancen, dass sich der Dorschbestand in der Ostsee nach dieser Entscheidung erholt, sind nach WWF Einschätzung sehr gering. Insbesondere dadurch, dass die Minister auch einer Schwächung der Kontroll- und Überwachungsmaßnahmen für die Fischerei in der Ostsee zugestimmt haben, die für die Bekämpfung der illegalen Fischerei unerlässlich sind.

 

Der Ministerbeschluss ist gleichermaßen fatal für Fische und Fischer." Wenn sich die Fischereipolitik nicht bald ändert, werden wir uns nur noch fragen: Wo sind alle Fische hin, wo sind sie geblieben…?" warnte Vesper.  

 

Durch die Entscheidung der EU-Fischereiminister droht dem Ostsee-Dorsch das gleiche Schicksal wie dem Kabeljau vor der Küste Kanadas 1992. Trotz Warnung der Wissenschaftler haben Politiker keine Rettungsmaßnahmen beschlossen und der Bestand ist zusammengebrochen, wodurch auf einen Schlag tausende Fischer arbeitslos wurden. Bis heute hat sich der Bestand nicht erholt.

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