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Klimagespräche im Schneckentempo

06. August 2010

WWF: Regierungen müssen bei UN-Verhandlungen Tempo aufnehmen

 

 Berlin/ Bonn - Die UN-Klimagespräche in Bonn gehen heute mit wenig Fortschritt zu Ende, erklärt der WWF. „Die Verhandlungen wurden diesmal Großteils hinter verschlossenen Türen geführt, diese Taktik hat den Prozess aber nicht vorangebracht“, erklärt Barbara Lueg, Referentin für internationale Klimapolitik beim WWF Deutschland. Die Diskussion über die Vermeidung von Entwaldung in Entwicklungsländern habe beispielsweise sogar Rückschritte gemacht und wurde polarisierter geführt als zuvor. „Ein derartiges Schneckentempo wird dem Problem nicht gerecht. Die Verhandlungen müssen so kurz vor Cancun endlich Fahrt aufnehmen“, so Lueg.   

 

Vor der nächsten Klimakonferenz in Cancun im Dezember kommen die Delegierten nur noch einmal im Oktober in China in Tianjin für eine Woche zusammen. Die Zeit sei zu knapp bemessen, um Diskussionen wieder von vorne aufzurollen. So habe man sich in Kopenhagen beispielsweise in Bezug auf Mechanismen zur Vermeidung von Entwaldung (REDD) bereits weitgehend geeinigt, in Bonn wurde jedoch wieder über einzelne Wörter und Definitionen diskutiert.    

 

Die Regierungen müssten von dem bisherigen „Alles oder Nichts“-Ansatz bei den Klimaverhandlungen weg kommen und stattdessen in einzelnen wichtigen Kernthemen, wie Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel, Schutz vor Abholzung in Entwicklungsländern, Technologietransfer und Finanzierungshilfen für Entwicklungsländer, vorwärts kommen.

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