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Klimaverhandlungen in Bangkok beendet

09. Oktober 2009

WWF: Weniger Text, mehr Probleme

 

Heute ist in Bangkok das vorletzte UNFCCC-Treffen vor dem UN-Klimagipfel in Kopenhagen zu Ende gegangen. Die Delegierten haben zwar einige technische Fortschritte gemacht, aber der fehlende politische Rückhalt aus ihren Hauptstädten hat den notwendigen Durchbruch verhindert, erklärt der WWF.   

 

„Der Verhandlungstext wurde um die Hälfte gekürzt, ist aber nicht viel besser geworden“, so Regine Günther, Klimachefin des WWF Deutschland. „In den wichtigsten Punkten, wie Finanzierungszusagen, Reduktionszielen und rechtlichen Rahmenbedingungen, ist man nicht voran gekommen.“ Nach Ansicht des WWF müsse den Entwicklungs- und Schwellenländer für Klimaschutz, die Anpassung an den Klimawandel sowie den Schutz der Wälder finanzielle Unterstützung in Höhe von 110 Mrd. Euro jährlich zugesagt werden. 

 

In Bangkok sei klar geworden, wo die politischen Hindernisse liegen. „Jetzt ist es die Aufgabe der Regierungs- und Staatschefs, diese Hindernisse zu beseitigen“, so Günther. „Mit nur noch fünf verbleibenden Verhandlungstagen bis Kopenhagen, haben wir keine Zeit mehr zu verlieren.“ Die Delegierten bräuchten neue und klare politische Anweisungen für das nächste UNFCCC-Treffen im November in Barcelona. Nach Ansicht des WWF sollten die Staats- und Regierungschefs noch einmal zusammenkommen, bevor die Klimaverhandlungen in Kopenhagen ihren Höhepunkt erreichen.  

 

Das Treffen in Bangkok habe gezeigt, dass nicht nur das fehlende Klimaschutzgesetz der USA die Verhandlungen behindert, sondern auch die Europäische Union durch mangelnde Initiative den Prozess bremst. „Die Führungsposition der EU sinkt von Tag zu Tag, weil die dringenden Fragen der Finanzierung nicht geklärt sind.“ Das Treffen des EU-Rats im Oktober würde eine gute Möglichkeit bieten, diese Haltung zu korrigieren. 

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