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Klimaverhandlungen in Bonn: Zwei Wochen ergebnisloses Taktieren

12. Juni 2009

WWF: Staatengemeinschaft ist kaum voran gekommen

 

Bonn / Berlin - Als große Enttäuschung bewertet der WWF das Ergebnis der heute zu Ende gegangen Runde der UN-Klimaverhandlungen in Bonn. Die Delegierten gehen aus Sicht des WWF ohne jedes substantielle Resultat auseinander. Besonders negativ hat sich das Fehlen eines klimapolitischen Vorreiters ausgewirkt. Keine der anwesenden Delegationen war aus Sicht des WWF bereit voranzugehen und mit mutigen Vorschlägen den Klimaschutz voran zu treiben.

 

„Man hat sich in Bonn darauf geeinigt, dass man sich im Grunde in allen Punkten uneinig ist“, so Regine Günther, Leiterin Klimapolitik beim WWF Deutschland. „Zwei Wochen wurde taktiert und versucht, sich eine möglichst gute Verhandlungsposition für die folgenden Konferenzen zu verschaffen. Dies können wir uns nicht mehr leisten.“

 

Wenn der ungebremste Klimawandel noch abgewendet werden soll, muss der Anstieg der globalen Temperatur unter 2 Grad Celsius gegenüber vorindustriellen Werten bleiben. Das ist nur zu erreichen, wenn die Industriestaaten sich dazu verpflichten, ihre Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2020 um mindestens 40 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren.

 

Die bisherigen Zusagen der Industrieländer summieren sich nach Schätzungen des WWF jedoch gerade einmal auf eine Reduzierung um 10 Prozent bis 2020. „Wenn Kopenhagen ein Erfolg werden soll, muss mit größerer Geschwindigkeit verhandelt werden. In Bonn ist das offensichtlich noch nicht angekommen“, so Regine Günther. „Man ist sich in keiner der entscheidenden Fragen wirklich näher gekommen.“

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