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Klimawandel lässt Finanzminister zittern

30. Oktober 2006

WWF sieht Alarmruf in aktueller Studie zu den Kosten des Klimawandels

 

Kommentar - Montag, 30. Oktober 2006: Der so genannte Stern-Report, ein britischer Expertenbericht zu wirtschaftlichen Auswirkungen des Klimawandels, führt die Dringlichkeit einschneidender Gegenmaßnahmen einmal mehr deutlich vor  Augen. Der Hauptautor und frühere Chefökonomen der Weltbank, Sir Nicholas Stern, zeigt in dem Bericht, dass das weltweite Bruttosozialprodukt durch den Klimawandel um 20% einbrechen kann. Demgegenüber ist eine Gegenstrategie, die auf eine effiziente Bekämpfung des Klimawandels setzt praktisch zum Schnäppchenpreis zu haben. Stern rechnet mit 1% des Bruttosozialproduktes.  

 

Der Report, der heute vom britischen Finanzminister Gordon Brown und Sir Nicholas Stern in London vorgestellt wurde, liefert klare ökonomische Argumente für unmittelbare Maßnahmen gegen den Klimawandel.  

 

"Der Stern Report ist ein Weckruf an die Welt," sagt Hans Verolme, Direktor des WWF Global Climate Change Programme." Jetzt wird klar, dass die Weltwirtschaft ernsthafte Einbußen hinnehmen muss, wenn wir nicht bald aufwachen. Es gibt keine Ausreden mehr, klare Aktionen gegen den Klimawandel weiter zu verzögern".  

 

Der Stern Report zeigt die immensen Kosten, die auf die Welt zukommen, wenn wir uns bei der Bekämpfung des Klimawandels nicht beeilen. Das muss sich nun in konkreten Maßnahmen niederschlagen, die die Länder sofort ergreifen müssen.  

 

Der Bericht dürfte auch bei den Klimaverhandlungen, die nächste Woche in Nairobi beginnen, für neue Dynamik sorgen. Der WWF drängt die 189 Regierungen, die sich in der kenianischen Hauptstadt treffen werden, einen klaren Plan für ein KYOTO PLUS Abkommen für die Emissionsreduktion nach 2012 zu fassen. Die Minister müssen sicherstellen, dass die am wenigsten entwickelten Länder Zugriff auf das bereits zugesagte Geld haben, um Schritte gegen die Auswirkungen den Klimawandel ergreifen zu können.  

 

"Wir müssen die globale Erwärmung unter zwei Grad Celsius halten. Sonst werden die Änderungen bei Klima und Wetter außer Kontrolle geraten. Die Welt kann den Klimawandel in den Griff bekommen, aber das Zeitfenster wird immer kleiner. Die Lösungen gibt es - mit politischer Führung und gemeinsamen Anstrengungen können wir erreichen, dass die Emissionen weltweit in 10 bis 15 Jahren zurückgehen".

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