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Klimawandel: Schneller, stärker, früher

20. Oktober 2008

WWF: Gabriel darf 30prozentiges CO2- Reduktionsziel der EU nicht torpedieren

 

Der Klimawandel schlägt weit härter zu als bisher prognostiziert. Dies dokumentiert ein aktueller Report, in dem der WWF die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel zusammenfasst. Die Wissenschaftler halten es für möglich, dass das arktische sommerliche Packeis bis 2040 völlig abschmilzt. Dies sei seit mehr als einer Million Jahren nicht mehr geschehen. Der Meeresspiegel könnte anstatt der bisher geschätzten maximal 60 sogar um mehr als 120 Zentimeter steigen. Die Folgen für Europas Küstenregionen wären katastrophal. Auch Deutschland werde vom Klimawandel nicht verschont. Es wird eine Zunahme der sturmbedingten Schäden um bis zu 37 Prozent erwartet. Dies sind einige der Ergebnisse, die der WWF dokumentiert hat.

 

Angesichts der beunruhigenden Prognosen fordert der WWF eine Senkung der CO2-Emissionen in der gesamten EU bis 2020 um mindestens 30 Prozent unter die Werte von 1990. Bis 2050 solle die EU ihren CO2-Ausstoß um mindestens 80 Prozent reduzieren. Zudem müsse die EU zusätzliche Investitionen für Klima schützende Maßnahmen in den Entwicklungsländern bereitstellen. Der WWF stellt seinen neuen Report im Vorfeld des Treffens der EU-Umweltminister vor und appelliert an die Minister, ein Klimaschutzpaket vorzulegen, das diesen Namen auch verdiene. „Der Klimawandel ist schneller als die Politik. Es ist höchste Zeit, das Tempo beim Klimaschutz zu erhöhen“, so Brick Medak, Klimareferent beim WWF Deutschland. Nur so könne die EU ihr Ziel, den Anstieg der Temperaturen bis zur Mitte des Jahrhunderts auf ein Maximum von zwei Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu begrenzen, erreichen. Die Zwei-Grad-Grenze gilt als Schwelle, um die katastrophalen Folgen des Klimawandels halbwegs zu beherrschen. 

 

Der UN-Weltklimarat (IPCC) hatte im vergangenen Jahr einen Aufsehen erregenden Bericht vorgelegt, der allerdings nur den Stand des Wissens von 2006 wiedergab. Die Zusammenstellung der Naturschutzorganisation berücksichtigt nun die seit dem veröffentlichen Forschungsergebnisse. Der WWF-Report dokumentiert, dass die CO2-Emissionen zwischen 2000 und 2004 im Vergleich zu 1990 bis 1999 fast dreimal so stark gestiegen sind. In ganz Europa werden gravierende klimatische Veränderungen befürchtet. Besonders die Britischen Inseln müssen mit Extremstürmen rechnen. Für die südeuropäischen Regionen werden zunehmend Dürren prognostiziert. In anderen Ländern Europas steige die Gefahr von Fluten. In den heißeren Sommern nehme außerdem die Ozonkonzentration zu. Die Folgen dieser Entwicklung seien schrumpfende Erträge in der Landwirtschaft und in der Fischerei. Kinder werden den Vorhersagen zufolge überdurchschnittlich von zunehmenden Krankheiten und stärkerer Luftverschmutzung betroffen sein. Schon bei einem Temperaturanstieg von 1,5 bis 2,5 Grad Celsius sei das Überleben von bis zu 30 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten gefährdet.

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