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Kohlekraftwerk Lubmin – Risiko für Klima und Investoren

07. Juli 2009

WWF-Studie: zusätzliche Betriebskosten von 140 bis 280 Millionen Euro pro Jahr

 

Berlin - Die Pläne des danischen Energieunternehmens Dong Energy, im Seebad Lubmin ein Kohlekraftwerk zu bauen, sind nicht nur für das Klima sondern auch für potentielle Investoren riskant. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des WWF. Das geplante Kraftwerk würde die CO2-Emissionen von Dong Energy um mehr als 7 Millionen Tonnen jährlich erhöhen und damit den gesamten Ausstoß des Unternehmens um 50 Prozent steigern.

 

„Dong würde mit dem Kraftwerk nicht nur eine enorme Klimahypothek aufbauen, sondern auch ökonomisch ein großes Risiko eingehen. Für den CO2-Ausstoß des Kohlekraftwerkes werden für Dong voraussichtlich jährliche Kosten von 140 bis 280 Millionen Euro anfallen“, erklärt Brick Medak, Referent für Klimaschutz beim WWF. Bisher werden im Rahmen des europäischen Emissionshandels die Emissionsrechte größtenteils kostenlos an die Unternehmen verteilt. Das wird sich 2013 ändern. Dann werden die Stromversorger ihre Emissionsrechte vollständig ersteigern müssen. Bei einem erwarteten CO2-Preis von 20 bis 40 Euro pro Tonne wird der gewinnorientierte Betrieb eines Kohlekraftwerkes sehr schwierig.

 

Die WWF-Studie befasst sich mit dem gegenwärtigen und zukünftigen CO2-Regelungsumfeld sowie den Risiken, die in diesem Zusammenhang für Dong Energy zu erwarten sind. Die Kostenanalyse kommt zu dem Ergebnis, dass die derzeitige Planung von Dong in sich riskant ist. Nach den Annahmen der Studie wird Offshore-Windenergie kostengünstiger erzeugt als Kohleenergie, sobald der CO2-Preis mehr als 20,39 Euro pro Tonne beträgt. „Wer jetzt noch wie Dong auf neue Kohlekraftwerke setzt, wird in ein paar Jahren vor milliardenschweren Investitionsruinen stehen“, so Brick Medak. Langfristige wäre Dong mit verstärken Investitionen in CO2 arme oder CO2 freie Energieträger wirtschaftlich weitaus besser positioniert als mit dem derzeitigen Neubau von Kohlekraftwerken.

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